PRÄVENTION: Das Hoffen auf die Ruhe nach dem Sturm

In acht Tagen beginnt das Weihern-Festival. Um Lärmklagen entgegenzuwirken, informieren die Veranstalter jetzt die Bevölkerung – und laden alle Notkerseggler an einem Tag gratis ans Festival ein.

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Das Weihern-Festival lockt jedes Jahr auch Familien mit Kindern an. (Bild: Urs Bucher (12. September 2015))

Das Weihern-Festival lockt jedes Jahr auch Familien mit Kindern an. (Bild: Urs Bucher (12. September 2015))

Am Wochenende vom 14. bis 16. September findet im Familienbad Dreilinden wieder das Weihern-Festival statt. Nachdem die Polizei den Veranstaltern im vergangenen Jahr wegen einiger Lärmklagen mit dem Abbruch des Festivals gedroht hatte, sorgen sie nun vor. «Information ist die beste Prävention», schreiben sie in einer Mitteilung. Sie kündigen an, dass am Donnerstag von 18 bis 24 Uhr, am Freitag von 18 bis 1 Uhr sowie am Samstag von 12 bis 1 Uhr «mit hörbaren Emissionen zu rechnen» sei. Je nach Windverhältnissen dürfte die Notkersegg auch dieses Jahr intensiver als andere Quartiere davon betroffen sein. Allerdings weniger als im vergangenen Jahr, da die Bühne in Richtung Freudenbergwald gedreht wird.

Festivaltickets im Quartier verteilt

Um sich bei der Quartierbevölkerung für ihre Toleranz zu bedanken und ihr das Festival näher zu bringen, laden die Veranstalter die rund 600 Notkerseggler am Donnerstag, 14. September, gratis ans Festival ein. Gestern Nachmittag haben Festivalleiter Dario Aemisegger und OK-Mitglied Alphonso Caulker eine erste Tour durch das Quartier absolviert und die Tickets persönlich an die Anwohner verteilt. Die Reaktionen auf diese Aktion, aber auch zum Festival im Allgemeinen seien «sehr positiv» gewesen, sagt Aemisegger. In diesen Tagen klingeln er und Caulker auch bei den anderen Haushalten an der Türe. Wer zu dieser Zeit nicht zu Hause ist, kann bis am Dienstag unter www.weihern.ch/notkersegg ein Ticket anfordern.

Nach dem Krach mit der Stadt um die Bewilligung des Weihern-Festivals, die Mitte Mai in der Ankündigung, den Anlass in die Grabenhalle zu verlegen, gipfelte, schauen die Veranstalter nun also der sechsten Durchführung im Familienbad entgegen. Für Aemisegger wird es das letzte Festival als OK-Mitglied sein. Er hat seinen bereits angekündigten Rücktritt bekräftigt, um «frischen Köpfen mit unverbrauchten Ideen» Platz zu machen.

Und was ist mit der «Revolution 9000» gegen das Bünzlitum, zu der Aemisegger infolge der Festivalverlegung aufgerufen hatte? Nach der ersten Versammlung von Anfang Juni, an der rund zwei Dutzend Personen teilnahmen, hätte morgen im Stadtpark die zweite durchgeführt werden sollen. Sie findet jedoch nicht statt – zumindest haben die «Revolutionäre» nicht explizit zum Treffen eingeladen. «Wenn trotzdem ein paar Leute im Stadtpark miteinander reden, ist das schön», sagt Dario Aemisegger. Die «Revolution 9000» gehe unabhängig davon weiter. Denn sie sei weder an ein Datum noch an einen Ort gebunden. (dag)

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