Prämienregion ist entscheidend

Im Kanton St. Gallen steigen die Krankenkassenprämien auf das kommende Jahr um durchschnittlich 4,3 Prozent. Je nach Gemeinde fällt der Anstieg unterschiedlich hoch aus.

Patrick Baumann
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Medikamente machen 21 Prozent der Kosten in der Grundversicherung aus. (Bild: Peter Schneider/KEY)

Medikamente machen 21 Prozent der Kosten in der Grundversicherung aus. (Bild: Peter Schneider/KEY)

Der unlängst angekündigte Anstieg der Krankenkassenprämien schlägt hohe Wellen und macht auch vor den Gemeinden rund um St. Gallen nicht halt. Gemäss Schätzungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) steigen die Prämien für Erwachsene in der Prämienregion 2, zu der die Gemeinden Wittenbach, Eggersriet, Muolen, Häggenschwil, Berg SG, Andwil, Waldkirch und Mörschwil gehören, um 4,5 Prozent. Etwas weniger hoch fällt der Anstieg in den Gemeinden Gossau und Gaiserwald sowie in der Stadt St. Gallen aus. In diesen drei Gemeinden sind es 3,9 Prozent. Allerdings liegen diese in der teureren Prämienregion 1. Für das kommende Jahr schätzt das BAG die monatliche Durchschnittsprämie für Erwachsene in der Prämienregion 1 auf 437.50 Franken. Zum Vergleich: In Prämienregion 2 müsste die gleiche Person 406 Franken bezahlen. Die Zahlen des Bundesamts für Gesundheit lassen auch Rückschlüsse auf die Verteilung des Prämienanstiegs zu. Die Daten zeigen: Für Kinder steigen die Prämien am stärksten. In Gossau, Gaiserwald und St. Gallen um 6,7 Prozent auf den geschätzten Durchschnitt von 102.50 Franken. In den Gemeinden der Prämienregion 2 auf 94.30 Franken. Was einen Anstieg um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Die Prämienregion ist entscheidend

Grund für die Differenz ist die Zuteilung der Gemeinden zu Prämienregionen. Die Krankenkassen können in der teureren Prämienregion 1 bis zu 15 Prozent mehr verlangen als in der Prämienregion 2. Die Zuteilung der Gemeinden erfolgt durch das Bundesamt für Gesundheit und stützt sich auf historische Daten. Typischerweise zahlen Versicherte in städtischen Gebieten höhere Prämien als in ländlichen. Grund dafür sind die oft tieferen Gesundheitskosten in ländlichen Gegenden.

Gossau befindet sich nach wie vor in der Prämienregion 1. Dies obwohl der Stadtrat auf das Jahr 2017 in die Prämienregion 2 wechseln wollte. Für den Stadtrat sei es nicht nachvollziehbar, weshalb Gossau in die Prämienregion 1 eingestuft werde, während beispielsweise Flawil, das sogar Spitalstandort ist, in die günstigere Prämienregion 2 eingeteilt wird.

Neue Lösung ist angedacht

«Im heutigen Modell werden die Gesundheitskosten pro versicherte Person auf Gemeindeebene berücksichtigt. Daraus wird die Zuteilung zur entsprechenden Prämienregion abgeleitet», sagt Peter Altherr, Leiter des Amts für Gesundheitsversorgung des Kantons St. Gallen. «In Zukunft sollen die Prämienregionen aus jeweils ganzen Bezirken oder Wahlkreisen gebildet werden.» Die Gemeinden St. Gallen, Gossau, Andwil, Eggersriet, Waldkirch, Muolen, Gaiserwald, Wittenbach, Berg SG, Häggenschwil und Mörschwil sollen zu einer Prämienregion zusammengefasst werden. «Der Vorschlag befindet sich in der Vernehmlassung.» Weiter sei im Kanton St. Gallen eine Reduktion von drei auf zwei Prämienregionen angedacht. «Die Kosten haben sich in den vergangenen Jahren so weit angenähert, dass drei Prämienregionen nicht mehr gerechtfertigt sind», sagt Altherr.