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POSTKARTENGRÜSSE: Das Sorgenkind ist alt geworden

Auch wenn die Postkarte alt ist und das dazugehörige Foto bereits 1957 geschossen wurde: Der Strassenverkehr auf der St. Gallerstrasse war bereits damals ein Thema in Gossau.
Sebastian Schneider
Auch ohne Kreisel war die St. Gallerstrasse bereits Gegenstand der Debatte. (Bild: Foto Gross)

Auch ohne Kreisel war die St. Gallerstrasse bereits Gegenstand der Debatte. (Bild: Foto Gross)

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Natürlich waren die Autos und Lastwagen auf dem gepflästerten Belag noch nicht so zahlreich wie heute. Doch wuchs der Verkehr stetig, aber die Stadt Gossau hat es über Jahrzehnte nicht geschafft, das Problem selber zu lösen. Zu uneins war man sich, zu viele Varianten wurden geprüft, man hat sich ganz schön verzettelt. Nun soll es der Kanton richten. Derzeit rechnen Fachleute im kantonalen Tiefbauamt alle Lösungsvorschläge durch. Ihr Ziel ist, einen Vorschlag zu präsentieren, der den ersehnten Durchbruch bringt. Wie er aussehen wird, bleib völlig offen. Nur eins ist den Gossauern gewiss: Sie brauchen nach wie vor Geduld.

Doch wie hat sich die St. Gallerstrasse seit 1957 genau verändert? Jemand, der sich gut an die Zeit erinnern kann, ist Willi Braun. Der umtriebige Unternehmer ist unterdessen 83 Jahre alt und stand in der Debatte als Präsident der IG Langfristverkehr in den vergangenen Jahren an vorderster Front. «Ich habe Geduld», sagt er auf Anfrage. Auch rege er sich über nichts mehr auf, was aber nicht heisse, dass er den Kampf für seine Variante, der Umfahrung Nord nicht aufgeben werde. Willi Braun erinnert sich, dass bereits nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Befürchtung einer markanten Zunahme des Autoverkehrs in Gossau aufkam. Die Befürchtung sei nicht unbegründet gewesen, der Verkehr nahm während all der Jahre zu. Einen sprunghaften Anstieg hat es laut Braun gegeben, als die Grossverteiler Coop und Migros ihre Logistik neu von Gossau aus organisierten. «Dadurch gab es Pendler, die zum Beispiel im Raum Winterthur wohnten und dann nach Gossau pendeln mussten.» Natürlich hätten auch Lastwagen ihren Beitrag am sprunghaften Anstieg geleistet. Angesprochen auf das Thema, kommt Willi Braun nicht mehr aus dem Reden. Er spricht von Tunnels und anderen schlechten Lösungen. Und dass man es leider verpasst habe, eine Parallelstrasse auf dem alten Bahndamm zu bauen. «Das wäre die beste Lösung gewesen.» Doch diese habe sich erübrigt, als auf dieser Fläche gebaut worden war.

Die Postkarte zeigt aber nicht nur die Strasse, sondern auch das geschichtsträchtige Haus Ochsen, das 1707 erbaut wurde. Zuerst diente es als Wohn- und Geschäftshaus für Sebstian Condamin. Eine bedeutende Zeit war für das Haus im Jahr 1798, als Obervorgt Karl Müller-Friedbereg seinen Sitz vom Schloss Oberberg in den «Ochsen» verlegte. Das Gebäude diente bis kurz vor der Gründung des Kantons St. Gallen 1803 als Gericht udn Verwlatungssitz der Fürstabtei. Heute gehört das Haus einem St. Galler Immobilienhändler, der es an

Immer seltener werden Ansichtskarten verschickt. Grund genug, die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Den Sommer über versendet die Stadtredaktion Grüsse von speziellen Orten aus der Region. Sei es eine schöne Aussicht, ein ruhiges Plätzchen, ein Naturschauspiel oder ein bekanntes Haus: Jedes Sujet erzählt seine ganz eigene Geschichte. (red)

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