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Post nimmt den Schleichweg

Die Zukunft der Poststelle in Mörschwil ist ungewiss. Zwar sei man nur am Reden, doch die Vergangenheit zeigt: Wenn die Post mit dem Gemeinderat spricht, blüht dem Dorf ein Verlust.
Sebastian Schneider
Schon bald Geschichte? Die Poststelle in Mörschwil. (Bild: Urs Bucher)

Schon bald Geschichte? Die Poststelle in Mörschwil. (Bild: Urs Bucher)

MÖRSCHWIL. Schon seit einigen Monaten wird hinter den Kulissen über die Poststelle in Mörschwil geredet und verhandelt. Bereits am 1. Dezember haben sich Vertreter der Post mit dem Gemeinderat Mörschwil zusammengesetzt. Der Gemeinderat machte daraus keinen Hehl und berichtete vom Treffen im Mitteilungsblatt. Man mache eine Standortbestimmung zur aktuellen Postversorgung in Mörschwil, hiess es. Mehr Informationen gab es auf Anfrage nicht. Man werde zur gegebener Zeit weitere Informationen im Mitteilungsblatt publizieren.

Noch im «Dialog»

Die Post selber gibt sich ebenfalls wortkarg. Über den schriftlichen Weg lässt sie verlauten: «Die Post überprüft ihr Angebot und die bestehenden Standorte regelmässig. Deshalb sind wir auch mit der Gemeinde Mörschwil im Dialog über die zukünftige Postversorgung.» Sobald Entscheide feststehen, würden die Öffentlichkeit und die Medien informiert. Gemeindepräsident Paul Bühler geht davon aus, dass dies im August oder September der Fall sein wird.

Gewerbe wird nicht einbezogen

Auch wenn die Kommunikation der Post nicht gerade von grosser Offenheit zeugt, ihr Vorgehen ist korrekt: Gemäss Postverordnung darf sie eine Poststelle schliessen, sobald eine einvernehmliche Lösung mit den lokalen Behörden gefunden wurde. In jüngster Zeit konnte der «gelbe Riese» so manchen Gemeindepräsidenten und auch Stadtpräsidenten davon überzeugen, dass eine Postagentur als Ersatz für die Poststelle im Dorf oder im Quartier genügt. Sobald die Verhandlungen abgeschlossen waren und ein Partner für die Agentur gefunden war, wurden die Bevölkerung und das Gewerbe informiert, oder: vor vollendete Tatsachen gestellt. Im jüngsten Beispiel in der Region, bei der Post in Engelburg, war die Wut unter den Gewerblern gross. Sie fühlten sich von der Post übergangen, weil diese für den Standort der Postagentur den Spar auswählte, obschon der Laden nicht am Dorfplatz und nicht wirklich zentral liegt. Auch in Mörschwil, wo es viele Läden für eine allfällige Postagentur gibt, zeigt sich, dass das Gewerbe nicht einbezogen wird. Roger Jud, Präsident des Gewerbevereins Mörschwil, hat von einer möglichen Schliessung der Poststelle keine Kenntnis. Offiziell sei weder er noch ein anderes Vorstandsmitglied informiert worden.

Kein Entgegenkommen mehr

Die Post scheint mit diesem Vorgehen einen Imageverlust in Kauf zu nehmen. Auf der anderen Seite ist diese Handlungsweise effektiv. Denn Beispiele zeigen: Hat die Post ihren Entscheid einmal gefällt, muss sie nicht mehr zurückrudern. In Engelburg wurden im vergangenen Jahr 900 Unterschriften für eine Petition gesammelt. Der Widerstand gegen die Post war gross und gut organisiert. Heute gibt es die Poststelle dennoch nicht mehr.

In der Stadt St. Gallen geschah vor drei Jahren Ähnliches: Ein Komitee sammelte 5164 Unterschriften gegen die Poststellen-Schliessungen in den Quartieren St. Georgen, Riethüsli und St. Fiden – heute alles Postagenturen. In die Kritik geriet auch Stadtpräsident Thomas Scheitlin, der aus Sicht der Komiteemitglieder nicht gut genug verhandelt hatte. Auch in Engelburg haben einige mehr Verhandlungsgeschick vom Gemeindepräsidenten Boris Tschirky erwartet.

Die Post zieht sich zurück

Sollte die Poststelle in Mörschwil tatsächlich schliessen, ist die Post in der Region kaum noch präsent. Nur in Wittenbach, Eggersriet und Abtwil gibt es noch Filialen. Grub SG und Berg SG verloren ihre Poststelle vor über zehn Jahren. 2009 waren Untereggen und Häggenschwil an der Reihe. In Muolen gibt es die Post seit Anfang 2013 nicht mehr, in Engelburg seit dem Januar dieses Jahres.

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