Post endgültig geschlossen

Kürzlich wurde die Post-Firmentafel entfernt und der Briefkasten versiegelt – ein Schlusspunkt hinter die 154jährige Postgeschichte von Wolfhalden.

Peter Eggenberger
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WOLFHALDEN. Nachdem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschiedene Boten für die Zustellung von Postsachen zuständig waren, verlangte die Lesegesellschaft Dorf die Einrichtung einer Poststelle. «Das Büro wurde 1861 im Erdgeschoss des Dorfschulhauses östlich der Kirche, im heutigen Restaurant Adler, eingerichtet. Erster Posthalter und Briefträger wurde Johann Ulrich Niederer», schreibt Autor Ernst Züst im Buch «Gemeindegeschichte von Wolfhalden».

Dunant-Verehrerin

Im Jahr 1879 übersiedelte das Postbüro ins neu erbaute Schulhaus westlich der Kirche. Hier hielt 1882 Catherina Sturzenegger als «Jungfer Posthalterin» Einzug. Bei einem Spitalaufenthalt in Heiden lernte sie mit Henry Dunant den Gründer des Roten Kreuzes kennen, dessen Leben und Wirken die junge Frau begeisterte. Im Jahr 1895 wurde das Postbüro ins Nebenhaus der Drogerie am Kirchplatz verlegt, wo sich heute das Haus der Firma Alpiq befindet. 1896 verliess Sturzenegger Wolfhalden, um sich nach einer postalischen Zwischenstation in Grub SG voll in den Dienst des Roten Kreuzes zu stellen.

1937 Bezug des Gebäudes

Nach einem erneuten Standortwechsel konnte das Postbüro im Jahre 1937 das neu erstellte heutige Haus beziehen. Als Posthalter wirkte jetzt Alfred Züst. Spätere Posthalter waren das Ehepaar Halter-Kobelt und von 1987 bis September 2014 Toni und Hanni Breitenmoser. Bis Ende Februar besorgten Stellvertreterinnen den Schalterdienst in Wolfhalden, der nun durch das Hausservice-System abgelöst worden ist.

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