Portal für den Stiftsbezirk

ST.GALLEN. Im Budget für das Gallusjubiläum 2012 ist der Posten «Besucherzentrum» in der Höhe von 200'000 Franken enthalten. Nach längerer Suche steht die Standortsuche kurz vor dem Abschluss.

Daniel Klingenberg
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Übergangslösung Chocolaterie: Ein Besucherzentrum soll künftig über das Unesco-Welterbe informieren. (Bild: Benjamin Manser)

Übergangslösung Chocolaterie: Ein Besucherzentrum soll künftig über das Unesco-Welterbe informieren. (Bild: Benjamin Manser)

2012 sind es 1400 Jahre her, seit Gallus seine Klause in der damaligen Wildnis des Steinachtals angelegt haben soll. Dieses Jubiläum soll im grossen Stil begangen werden: Im Budget von 3 Millionen Franken sind sowohl Festakte, künstlerische Aktivitäten wie dauerhafte Einrichtungen enthalten.

Besserer Zugang «überfällig»

Zu Letzteren gehört ein «Besucherzentrum» für den Stiftsbezirk.

Denn darüber ist man sich einig: Das Unesco-Welterbe ist heute nicht gerade niederschwellig zugänglich. Gemessen an seiner Bedeutung wird es vor Ort schlecht «verkauft» – Besucher sind mehr oder weniger sich selber überlassen.

Zwar weisen «i»-Tafeln bei der Chocolaterie darauf hin, dass es hier Infos gibt. Diese Lösung ist aber auf Dauer nicht befriedigend. Denn für die Chocolaterie bedeutet der Infodienst eine Doppelaufgabe.

Und die Touristen sind unsicher, ob zur Information auch eine Konsumation gehört – was nicht der Fall ist. Ein repräsentatives Besucherzentrum, das den Einstieg in den Stiftsbezirk erleichtert, ist daher «überfällig». Dass ein solches aus den Jubiläumsgeldern entsteht, war etwa im St. Galler Stadtparlament mitentscheidend dafür, dass der städtische Beitrag von 1,3 Millionen gesprochen wurde.

Standort bald bekannt?

Einen idealen Standort zu finden – er muss im Stiftsbezirk und gut zugänglich sein – ist aber gar nicht einfach. Das weiss Iwan Köppel, Projektleiter des Gallusjubiläums, aus Erfahrung. «Am Anfang kamen etwa ein Dutzend Standorte in Frage.» Genauer geprüft habe man eine Handvoll, und bei einer Lokalität steht man kurz vor Abschluss der Verhandlungen. Er hoffe, die Öffentlichkeit im Laufe des Dezembers darüber informieren zu können.

Der Budgetposten Besucherzentrum enthält 200'000 Franken. Was will man damit machen? Laut Iwan Köppel soll der Raum 80 bis 100 Quadratmeter Fläche haben.

Infos, Geschichte, Kunst

Einerseits soll es dort einen Infodesk geben, wo man sich über alle öffentlich zugänglichen und geschichtlich bedeutsamen Baulichkeiten des Stiftsbezirks informieren kann. Dazu soll ein Übersichtsplan gehören, der Besucher durch das Unesco-Welterbe führt.

Anderseits erhofft sich Köppel auch, dass ein interaktiver Überblick über die Geschichte des Klosters von der Gründung über die Aufhebung bis zur Gegenwart sowie über die Person des Gallus entstehen wird. Weiter solle das Besucherzentrum auch auf «Kunst in der Mülenenschlucht» hinweisen. Derzeit läuft dafür ein Wettbewerb mit sechs eingeladenen Kunstschaffenden.

Neben dem Erstellen der Infrastruktur braucht es auch Gelder für den Betrieb des Besucherzentrums. Dieser wird über St. Gallen-Bodensee Tourismus laufen (siehe Kasten).

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