Porno im Schul-Chat: Buben simulierten Analsex

ST.GALLEN. Das Video, das vergangene Woche via Chat an einer St.Galler Primarschule herumgereicht worden ist, zeigt laut der St.Galler Staatsanwaltschaft zwei bekleidete Buben beim Simulieren von Analsex. Wer sie sind und wer das Filmchen aufgenommen hat, ist unklar.

Sarah Gerteis
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Via WhatsApp wurde das Video verbreitet. (Bild: Keystone)

Via WhatsApp wurde das Video verbreitet. (Bild: Keystone)

"Das Video dauert etwa 20 Sekunden", sagt Roman Dobler, Medienbeauftragter der St.Galler Staatsanwaltschaft. Darin zu sehen seien zwei "vollständig bekleidete Buben", einer hinten, einer vorn. Der hintere Bub bewege die Hüften und simuliere damit Analverkehr, so Dobler. Dann trete er einen Schritt zurück, und dabei sei für den Bruchteil einer Sekunde der Penis des Buben zu sehen, der über dem Hosenbund hervorluge. Der Penis sei "nicht erigiert" gewesen.

In Gruppenchat verbreitet
Mit der detaillierten Schilderung setzt Dobler den teilweise wilden Gerüchten über den Inhalt des Videos ein Ende, die in den vergangenen Tagen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Am Dienstag war das Filmchen an der St.Galler Primarschule Grossacker via WhatsApp-Gruppenchat verbreitet worden. Die Schulleitung bekam Wind davon, schaltete die Polizei ein und informierte Schüler wie Eltern über den Vorfall.

Wer hat gefilmt?
Der Urheber des Videos ist laut Roman Dobler unbekannt. Auch die Identität der beiden Buben, die darin zu sehen sind, ist noch nicht geklärt. Dass es sich dabei um zwei Zehnjährige des Schulhauses Grossacker handelt, gefilmt von einer 14-Jährigen, wie das Online-Portal "20 Minuten" erfahren haben will, kann Dobler nicht bestätigen: "Die Kantonspolizei St.Gallen ermittelt in Zusammenarbeit mit der Jugendstaatsanwaltschaft."

Chat mit mehreren Dutzend Personen
Unklar sei auch, ob das Video und dessen Verbreitung aufgrund des Inhalts überhaupt unter den Pornografie-Tatbestand von Artikel 197 des Strafgesetzbuches fielen, so Dobler. Der Chat-Gruppe, in der das Video aufgetaucht war, gehörten laut der Staatsanwaltschaft "mehrere Dutzend Personen" an.

Die Schulleitung des Primarschulhauses Grossacker will zu dem Vorfall keine Stellung nehmen. Sie verweist auf die laufenden Ermittlungen und an die Untersuchungsbehörden.