Populistische Aussagen verurteilen

«Der Islam hat bei uns nichts verloren», Ausgabe vom 15. Monat

Ataul Haque, Medienstelle Ahmadiyya Muslim Jamaat Schweiz, Mahmud Moschee, Forchstrasse 323, 8008 Zürich
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Die Aussage von Thomas Müller im Interview mit dem «Tagblatt» vom 17. September, der Islam hätte nichts in der Schweiz verloren, ist aufs Schärfste zu verurteilen. Umso mehr ist diese Aussage beunruhigend, als dass sie von einem amtierenden Stadtpräsidenten gemacht wurde. Sie ist nicht nur ein pauschalisierender Angriff auf die zahlreichen muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, welche die Schweiz mitgestalten. Viel mehr richtet sich die Aussage gegen den sozialen Zusammenhalt unserer pluralen Gesellschaft. Die Behauptung, der Islam stelle sich gegen die westliche Gesellschaft oder verfolge sogar eine aktive Agenda, Werte abzuschaffen, zeugt von fehlenden Sachkenntnissen. Gänzlich ausser Acht gelassen werden die zahlreichen Beiträge, welche Musliminnen und Muslime tag täglich in diesem Land leisten. Anstatt die gelebte Realität in der Schweiz anzuerkennen und einen offenen Dialog zu führen, scheint das Interesse an der reinen Polemik grösser zu sein. Würde Herr Müller sich mit der eigentlichen Lehre auseinandersetzen, welche im Koran vermittelt wird, wäre ihm schnell klar, dass Muslime darin aufgefordert werden, sich loyal gegenüber dem Staat zu verhalten sowie Toleranz gegenüber anderen Religionen und Pazifismus zu leben. Auch die AMJS setzt sich in diesem Sinne aktiv für ein friedliches Miteinander ein. Die dem Islam innewohnende Toleranz und Friedfertigkeit ist demnach nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern auch die aktive Haltung der AMJS. Dies widerspiegelt sich im gesellschaftlichen Engagement, auch in Zusammenarbeit mit anderen religiösen Gemeinschaften, wohltätigen Organisationen, wie etwa der Stiftung Pfarrer Sieber, oder staatlichen Organisationen. Vergangenes Wochenende fand einmal mehr die nationale Versammlung der AMJS auf dem Gelände der Nuur Moschee in Wigoltingen (TG) statt. Auch zu diesem Anlass treffen sich Musliminnen und Muslime sowie geladene Gäste, Geistliche und Politiker für ein friedliches Miteinander. Die Veranstaltung fand ganz dem Motto der Ahmadiyya Muslim Jamaat, «Liebe für alle, Hass für keinen», entsprechend statt und beweist einmal mehr, dass die gelebte Realität fern von populistischen Aussagen ist. Sehr gerne laden wir Herrn Müller ein, auch einmal an die Jahresversammlung der AMJS zu kommen und sich selber ein Bild zu machen.

Ataul Haque, Medienstelle Ahmadiyya Muslim Jamaat Schweiz, Mahmud Moschee, Forchstrasse 323, 8008 Zürich