POLIZEIPRÄSENZ: Die Polizei war schnell, aber nicht schnell genug

Der Täter, der die Wittenbacher Acrevis-Bankfiliale überfallen hat, ist immer noch auf freiem Fuss. Obwohl die Polizei rasch vor Ort war. Erst kürzlich wurde die Polizeipräsenz verstärkt.

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Die Polizei war schnell vor der Acrevis-Filiale an der St. Galler Strasse, dennoch ist sie immer noch auf Tätersuche. (Bild: Angelina Donati)

Die Polizei war schnell vor der Acrevis-Filiale an der St. Galler Strasse, dennoch ist sie immer noch auf Tätersuche. (Bild: Angelina Donati)

Da hat der Zufall der Kantonspolizei St. Gallen einen fiesen Streich gespielt. Am Donnerstag erfuhren die Wittenbacher im frisch gedruckten Mitteilungsblatt der Gemeinde, dass in ihrem Ort die Polizeipräsenz erhöht wurde. Mit der neuen Strategie werde das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gestärkt, sagte Gian Andrea Rezzoli, Pressesprecher der Kantonspolizei, in einem Interview. Fies war der Zufall, da es am Tag der Zustellung des «Gemeindepuls» einen Raubüberfall auf die Wittenbacher Filiale der Bank Acrevis gab. «Für diesen Zufall können wir natürlich nichts», sagt Rezzolis Kollege Florian Schneider.

 

Polizisten brauchten nur wenige Minuten

Die Polizei sei an diesem Donnerstagnachmittag kurz nach dem Alarm vor Ort erschienen. Wie schnell genau, sagt Schneider zwar nicht, aber: «Es waren nur wenige Minuten». Leider war das nicht schnell genug; der bewaffnete Mann konnte mit mehreren tausend Franken verschwinden. Und auch am Sonntag konnte die Kapo nicht mehr zum Fall sagen, als dass man immer noch auf der Suche nach dem Täter sei.

 

Inwiefern der Raubüberfall nun einen Einfluss auf die Präsenz von Polizisten in Wittenbach hat, kann Pressesprecher Florian Schneider nicht genau sagen. Erstens gebe die Polizei aus 

ermittlungstaktischen Gründen nicht jedes Detail preis, zweitens sei die Einteilung von Patrouillen sehr dynamisch. Je nach Ermittlung habe eine Patrouille einen Schwerpunkt. Und dann komme es natürlich darauf an, was tagsüber alles passiert. Es könne vorkommen, dass eine Polizeipatrouille keine Minute lang dort im Einsatz ist, wo sie eigentlich eingeteilt wurde, sagt Schneider.

 

Wittenbach ist nicht speziell kriminell

In den vergangenen Jahren ist es in Wittenbach immer wieder zu Raubüberfällen gekommen. Meistens sind Tankstellenshops entlang der St.Galler Strasse von Delinquenten heimgesucht geworden. Wittenbach sei allerdings nicht ausserordentlich kriminell, sagt Schneider. Eine Agglomerationsgemeinde dieser Grösse ziehe natürlich mehr Kriminalität an als etwa ein kleines Bergdorf. Im Vergleich mit ähnlichen Orten stehe Wittenbach nicht speziell schlecht da. (ses)