Polizeipräsenz am Bahnhof Buchs wird am Dienstag erhöht

BUCHS. In Budapest haben am Montag Flüchtlinge die Züge Richtung Wien, München und Berlin gestürmt. Mehrere Züge – darunter der "Wiener Walzer" – fahren täglich aus Österreich oder Ungarn über Buchs in die Schweiz. Am Dienstagmorgen wird ein massiv höhere Zahl an Flüchtlingen erwartet. Die Polizei ist vor Ort.

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Flüchtlinge auf einem Bahnhof in Hegyeshalom, Ungarn: Viele von ihnen haben das Ziel Österreich, Deutschland oder Schweiz. (Bild: Keystone)

Flüchtlinge auf einem Bahnhof in Hegyeshalom, Ungarn: Viele von ihnen haben das Ziel Österreich, Deutschland oder Schweiz. (Bild: Keystone)

Seit rund acht Wochen habe die Zahl der Flüchtlinge, die den Kanton St.Gallen erreichen, deutlich zugenommen, sagt Polizeimediensprecher Hanspeter Krüsi. Am Dienstagmorgen rechnet die Polizei mit noch mehr Einreisenden die Asyl beantragen und erhöht deshalb die Polizeipräsenz am Bahnhof Buchs deutlich. Am Morgen kommen mehrere Züge aus Österreich in der Schweiz an. "Wir erwarten eine deutlich grössere Anzahl Flüchtlinge als sonst."

100 bis 200 Flüchtlinge pro Woche
Tatsächlich würden zurzeit die meisten "rechtswidrigen Aufenthalter" im Bahnverkehr festgestellt, teilte das Grenzwachtkorps am Montag auf Anfrage mit. In der Ostschweiz betreffe dies in erster Linie Passagiere des aus Budapest kommenden "Wiener Walzer".

Migration von Ost nach West in internationalen Zügen gebe es schon seit Jahren, seit Juni 2015 stelle man aber einen starken Anstieg fest, sagte Andreas Brunner, verantwortlich für die Umsetzung des Ausländergesetzes bei der Kantonspolizei St.Gallen. Pro Woche kämen derzeit 100 bis 200 Flüchtlinge auf diesem Weg, hauptsächlich in zwei Frühzügen am Morgen.

Rechtswidrige Aufenthalter würden im Kanton St.Gallen alle der Kantonspolizei übergeben, erklärte Attila Lardori, Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung. An dieser sei es, die weiteren Massnahmen zu ergreifen.

Weiter ins Verfahrenszentrum Altstätten
Wer nach Asyl frage, werde der Polizei übergeben und ins Empfangs- und Verfahrenszentrum Altstätten gebracht, sagte Andreas Brunner. Die meisten Ankömmlinge kämen aus "Kriegsländern": aus Syrien, Afghanistan, Irak und auch Iran.

Hanspeter Krüsi spricht von einer "personellen Belastung" für die Polizei. "Die Zahl hat sich im Vergleich zu den üblichen Einreisenden verzehnfacht", so Krüsi. "Wir rechnen damit, dass die Zahlen im Winter noch mehr nach oben gehen werden." Und niemand habe eine Lösung. Anfangs Jahr seien noch die meisten Flüchtlinge aus dem Kosovo in die Schweiz eingereist. Unter den Flüchtlingen seien neuerdings vermehrt ganze Familien anzutreffen.

Die meisten Einreisenden kämen mit dem Zug, doch rund zwei Prozent würden mit Hilfe von Schleppern in die Schweiz einreisen. "Es ist aber nicht so einfach festzustellen, ob jemand eine Mitfahrgelegenheit bietet oder Menschen gegen Bezahlung in die Schweiz fährt", sagt Krüsi. (chs/sda)