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POLIZEIKONTROLLE: Auf Facebook vor Kontrolle gewarnt

Ein 63-Jähriger hat sich vor Kreisgericht vergeblich gegen den Vorwurf gewehrt, er habe öffentlich vor einer Verkehrskontrolle gewarnt. Er muss eine Busse bezahlen.

Die Stadtpolizei St. Gallen führte am Nachmittag des 14. März auf der Appenzeller Strasse bei ­Winkeln eine Verkehrskontrolle durch. Kurz vor 17 Uhr wurde auf Facebook mit dem Account-Namen des Beschuldigten eine Nachricht gepostet: «Abtwil rich herisau 5 orangfarbige marionetten haltet eu uf.» Mit diesem Eintrag machte sich ein 63-Jähriger des öffentlichen Warnens vor behördlichen Kontrollen im Strassenverkehr schuldig.

Einsprache gegen Strafbefehl

Die Staatsanwaltschaft büsste den Schweizer per Strafbefehl mit 500 Franken. Zusammen mit Gebühren und besonderen Auslagen sollte er damit 850 Franken bezahlen. Dagegen erhob er Einsprache. Er sei sehr erschrocken, als ihn die Polizei eines Sonntagmorgens angerufen und ihm den Vorwurf unterbreitet habe, erklärte der Beschuldigte jetzt dem Einzelrichter am Kreisgericht St. Gallen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau habe er intensiv über den 14. März nachgedacht. Sie seien übereinstimmend darauf gekommen, dass sie an diesem Tag den Wohnort nicht verlassen hätten. Er habe gearbeitet und sei nicht mit dem Auto, sondern zu Fuss unterwegs gewesen. Zum fraglichen Zeitpunkt habe er mit seiner Frau in einem Café gesessen. Er brauche Facebook recht oft beruflich und poste auch privat ab und zu eine Begebenheit. Zwischen dem 3. und 13. März sei sein Facebook-Account gehackt worden. Freunde, Bekannte und Kunden hätten ihm gesagt, sie würden von ihm eigenartige Mitteilungen mit schmutzigen Bildern und unangenehmen Worteinträgen erhalten. Er habe darauf den alten Account gelöscht und einen neuen erstellt. Er sei keineswegs gegen Verkehrskontrollen der Polizei, sondern sei im Gegenteil dafür, dass man sie intensiviere, beteuerte der Angeklagte.

Ehefrau bestätigt Besuch im Café

Der Einzelrichter befragte an der Gerichtsverhandlung auch die Ehefrau des Beschuldigten. Sie bestätigte die Aussagen ihres Gatten. Aufgrund der Agenden hätten sie recherchiert, was sie an diesem Tag unternommen hätten. Sie sei sicher, dass ihr Mann mit dem Eintrag im Facebook nichts zu tun habe.

Der Einzelrichter glaubte den Beteuerungen des Ehepaares nicht. Er sprach den Mann im Sinne der Anklage schuldig. Die Busse reduzierte er von 500 auf 200 Franken. Zusätzlich muss der Beschuldigte allerdings die Verfahrenskosten von 1250 Franken bezahlen.

Das Gericht sei zum Schluss gekommen, dass der Beschuldigte der Urheber des Facebook-Eintrages gewesen sei, erklärte der Einzelrichter zum Urteil. Als ihn die Polizei das erste Mal mit dem Vorwurf konfrontierte, habe er die Hackergeschichte noch mit keinem Wort erwähnt. Und Belege für seine Behauptung, er habe an besagtem 14. März das Dorf nie verlassen, seien vom Beschuldigten beim Gericht auch keine eingegangen.

Zudem habe der Angeklagte selber gesagt, dass sein Facebook-Konto zwischen dem 3. und 13. März gehackt worden sei und er daraufhin sofort einen neuen Account erstellt habe. Der Eintrag zur Verkehrskontrolle sei aber einen Tag später veröffentlicht worden. Zu guter Letzt sei er in einer Sprache verfasst, die dem Beschuldigten durchaus zugeordnet werden könne. (cis)

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