Polizei warnt vor Dieben

ST.GALLEN. Polizisten der Stadt- und Kantonspolizei St.Gallen haben gestern in Bussen der VBSG auf die Gefahr durch Taschendiebe aufmerksam gemacht: Die Zahl der Trickdiebstähle hat zugenommen.

Fredi Kurth
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Im Bus Zeit für Tips: Marco Braun überreicht einem VBSG-Benützer den Flyer «Schützen Sie sich vor Diebstahl!». (Bild: Coralie Wenger)

Im Bus Zeit für Tips: Marco Braun überreicht einem VBSG-Benützer den Flyer «Schützen Sie sich vor Diebstahl!». (Bild: Coralie Wenger)

Besser hätte die Polizei ihre Präventionsaktion nicht ansetzen können. In der Nacht auf Sonntag hatte sie in St. Gallen vier Diebe festgenommen, die unter anderem dadurch auffielen, dass sie die bestohlene Person während der Tat umarmten. Gestern nun warnten Polizisten von Stadt-, Kanton- und Transportpolizei vor Trickdieben. Zu diesem Zweck stiegen sie wie früher schon einmal in Busse der VBSG, wo in der Menge Trickdiebe häufig eine Chance wittern.

Das «Bus surfen», wie die Kampagne hiess, fand auch deshalb auf Achse statt, weil dort die Fahrgäste am ehesten Zeit für eine kurze «Störung» hatten. Zwischen Kantonsspital, Hauptbahnhof und dem Quartier Lachen erhielten sie einen kleinen Faltprospekt mit Hinweisen, wie Diebe vorgehen und Tips, wie diesen das Handwerk verunmöglicht werden könnte.

Sich den Täter gut merken

«Die meisten Passagiere haben verständnisvoll bis dankbar reagiert», sagte Fabienne Moser, eine der eingesetzten Bus-Surferinnen. Einige meinten, sie müssten noch das Billett zeigen. Selten kam es vor, dass die Polizisten Passagiere auf fahrlässiges Verhalten aufmerksam machen mussten, zum Beispiel, dass sie die Handtasche offen trugen. Meistens sind Trickdiebe durch Ablenkung ihrer «Zielgruppe» erfolgreich. Ein Täter erkundigt sich nach dem Weg, der andere greift derweil in die Hosen- oder Handtasche. «Dass jemand den Diebstahl sofort bemerkt, kommt selten vor», sagte Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei. Falls ja, empfiehlt Polizist Marco Braun, sich den Täter gut zu merken, ihm allenfalls sogar zu folgen.

Viele kennen das Gefühl

Manche erzählten gestern den Polizisten von einem einschneidenden Diebstahl-Erlebnis. Eine Frau, wie ihr beim Einsteigen in den Zug das Portemonnaie samt Kreditkarte und -code entwendet wurden und damit am andern Morgen in Polen für 1500 Franken schon Autos voll getankt worden waren. Während Bargeld immer entwendet wird, kann es sein, dass die Diebe Portemonnaies mit für sie nutzlosen Kreditkarten und Ausweisen in einen Briefkasten oder Abfallkübel schmeissen.

Laut Hanspeter Krüsi ist 2011 die Zahl der Taschendiebstähle im Kanton auf 841 gestiegen, gegenüber dem Vorjahr um 51 Prozent. Immer mehr treten Asylsuchende aus Nordafrika in Aktion: Ablenkung durch Umarmung ist ein Trick, junge Frauen in der Party-und Clubszene zu täuschen ein anderer. Einfach haben es die Diebe, wenn sie in den Frühzügen eingeschlafenen Nachtschwärmern die Geldbörse nur aus der Tasche ziehen müssen.

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