Politische Nachwehen zum Todesfall am Spital Wil

Warum kann die verurteilte Chefärztin weiter im Spital Wil arbeiten? Das will eine SVP-Kantonsrätin wissen.

Regula Weik
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Die tödliche Fehldiagnose am Spital Wil hat nun auch die Politik erreicht. SVP-Kantonsrätin Verena Frick will von der Regierung unter anderem wissen, weshalb die Chefärztin Gynäkologie auch nach ihrer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung weiterhin im Spital Wil arbeiten kann. Das Parlament habe die Oberaufsicht über die Gesundheitsversorgung im Kanton, trotzdem sei es nicht über die Vorfälle im Spital Wil informiert worden. Verena Frick will denn auch wissen, ob es noch weitere laufende Verfahren gibt, von denen das Kantonsparlament nichts wisse.

Es ist dies bereits der zweite Vorstoss aus den Reihen der SVP zum Fall Wil. Anfang Monat hatte der Wiler Kantonsrat Erwin Böhi eine Einfache Anfrage eingereicht. Es bestehe nämlich «eine gewisse Unsicherheit» über die Situation im Spital Wil im Vergleich mit den anderen kantonalen Spitälern. So gebe es in den Spitälern St. Gallen und Flawil ein anonymes Meldesystem für kritische Zwischenfälle. Böhi will wissen, weshalb dieses nicht auch in Wil angewendet wird.