Politik kann von der Feuerwehr lernen

Sie sind als Nachfolger von Bruno Damann ins Parlament nachgerückt. Wie haben Sie Ihre bisher einzige Sitzung am 3. Juli erlebt?

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Andreas Strübi Kandidat Stadtparlament CVP (Bild: Quelle)

Andreas Strübi Kandidat Stadtparlament CVP (Bild: Quelle)

Sie sind als Nachfolger von Bruno Damann ins Parlament nachgerückt. Wie haben Sie Ihre bisher einzige Sitzung am 3. Juli erlebt?

Spannend! Zwar war ich vorher schon mal als Zuschauer dabei, aber als ich das erste Mal als Parlamentarier dagesessen habe, bin ich mir vorgekommen wie ein Greenhorn. Trotz meiner 48 Jahre.

Was reizt Sie am Amt des Parlamentariers besonders?

Ich habe nach meinem Rücktritt aus der GPK der Gemeinde seit zwölf Jahren nicht mehr politisiert und habe jetzt riesig Freude, dass ich wieder einen Beitrag leisten kann für meine Wohngemeinde. Wir sind angewiesen aufs Milizsystem und auf Leute, die nicht nur profitieren und meckern, sondern auch etwas beitragen.

Wo speziell wollen Sie einen Beitrag leisten?

Meine Schwerpunkte liegen rein vom beruflichen Standpunkt her als Heimleiter klar in den Bereichen Alters-, Sozial und Gesundheitspolitik, die uns längerfristig sehr beschäftigen werden. Mir liegen als Familienvater auch die Bildungs- und Familienpolitik sehr am Herzen. Die Finanzen dürfen aber auf keinen Fall ausser Acht gelassen werden, da auf kantonaler und kommunaler Ebene sehr wichtige Projekte anstehen.

Woran denken Sie konkret?

In Gossau haben wir jahrelang den Steuerfuss gesenkt aufgrund der guten Finanzlage. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn gleichzeitig wurden Investitionen nicht getätigt, so dass wir jetzt vor dem Problem stehen, unter anderem mehrere Schulhäuser mittelfristig renovieren zu müssen. Aber politisch kommt man mit einer Steuersenkung natürlich besser an.

Welchen politischen Stil pflegen Sie? Ich bin nicht derjenige, der polarisiert, ich bin konsensorientiert. In der Politik sollten wir es machen wie die Feuerwehrleute kürzlich bei den Grossbränden: Ihr gemeindeübergreifender kollektiver Einsatz, fokussiert auf das gleiche Ziel, hat uns gezeigt, wozu auch wir ohne «grosses Parteiengeplänkel» im Parlament und in den vorberatenden Kommissionen fähig sein könnten.

Am 23. September wird das Gossauer Stadtparlament neu bestellt. Aus einem Topf ziehen wir täglich Kandidaten und befragen sie.

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