Pokern für den guten Zweck

Am Charity Spielabend der Projektgruppe D4 spielten am Freitagabend Jugendliche und Erwachsene zugunsten des Ostschweizerischen Blindenfürsorgevereins «Obvita».

Ramona Riedener
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Jung und Alt nahmen an dem Spielabend der Projektgruppe D4 teil. Die Einnahmen gehen an das Projekt «Obvita». (Bild: Ramona Riedener)

Jung und Alt nahmen an dem Spielabend der Projektgruppe D4 teil. Die Einnahmen gehen an das Projekt «Obvita». (Bild: Ramona Riedener)

RORSCHACH. Die Projektgruppe D4 Generation, acht Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren aus Rorschach und Rorschacherberg, haben am Freitag zu einem Charity Spielabend eingeladen. Nach wochenlanger Vorbereitung verwandelte sich die Jugendlounge in Rorschach in ein Spielcasino.

Über den roten Teppich gelangten die Eltern, Lehrer und Freunde der Jugendlichen in den dekorierten Spielsaal. Dort standen die Tische für Roulette, Black Jack, Poker, Billard, Pingpong, Uno, Tischfussball und 4-Gewinnt bereit. Professionell führten die elegant gekleideten Jugendlichen ihre Gäste durch den Abend. Besondere Spannung herrschte am Pokertisch, an dem der junge Croupier nach kurzer Erklärung gekonnt durch das Spiel führte. Im Laufe des Abends häuften sich die Jetons an den Spieltischen, wo die Gäste grosszügig zugunsten des Ostschweizerischen Blindenfürsorgevereins «Obvita» spielten.

Stimmung wie im Casino

Ja, sie hätten die Regeln der verschiedenen Spiele im voraus studiert, sagte Miguel Almeida. Der Oberstufenschüler hat gerade eine Schnupperlehre in einer Autowerkstatt gemacht und ist von der ungewohnten körperlichen Arbeit noch etwas müde. Aber er freut sich über den gelungenen Spielabend genauso wie seine Kollegin Andjela Markovic. «Der Abend gefällt mir sehr. Es ist eine entspannte und aufgestellte Stimmung hier», sagt sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Dreni Mazreku, mit 12 Jahren der Jüngste der Gruppe, strahlt ebenfalls: Seine Schwester kam extra für diesen Abend aus Zürich angereist.

Dass die Jugendlichen Freude haben an ihrem gelungenen Abend, zeigen die glückseligen Gesichter. «Ich bin wirklich stolz auf sie. Sie haben alles bis ins Detail geplant und sich auch erkundigt, wie es in einem Casino aussieht», sagt Projektleiterin Viola Schelbert von der Fachstelle Jugend Familie Schule.

Spass am sozialen Engagement

Rund zwei Jahre lang treffen sich die Jugendlichen einer Projektgruppe D4 Generation jeden Mittwochabend in der Jugendlounge. Gemeinsam planen sie Veranstaltungen wie Spielabende, Hallenfussballturniere und Quartierfeste und erhalten für ihr Engagement Punkte. Ihr Hauptziel ist, ein vom Gewerbeverein und Schulrat Rorschach und Rorschacherberg unterschriebenes Diplom zu erhalten.

Etwa zwei Jahre dauert es, bis die 40 Punkte für das Diplom erreicht werden. Während dieser Zeit lernen die Jugendlichen, gemeinsam Projekte zu planen und umzusetzen. «Die Gruppe organisiert die Projekte von A bis Z. Nachdem demokratisch darüber abgestimmt wurde, welches Projekt wir machen, setzen wir es gemeinsam um. Die Jugendlichen machen dabei praktisch alles selbständig», sagt die Projektleiterin.

Anlass mit Abschied

Der Erlös der Veranstaltungen der Projektgruppe D4 Generation ist immer zugunsten eines guten Zwecks. So zeigen die jungen Leute ihr wirksam soziales Engagement. Auch das würde ihnen bei der Lehrstellensuche hilfreich sein, sagt Viola Schelbert. Der Charity-Spielabend ist für die Leiterin der Projektgruppe D4 Generation zugleich der letzte Anlass. Nach fünf Jahren verlässt sie die Fachstelle Jugend Familie Schule, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu widmen. Einfach fällt ihr der Abschied nicht: «Die Jugendlichen werden mir schrecklich fehlen. Es werden sicher Tränen fliessen, wenn ich mich im Juni verabschiede.»