Podium zur Berufsbildung der Zukunft

150 Jahre GBS St. Gallen wird 2010 gefeiert, mit Verweis auf die Eröffnung der «Freiwilligen Fortbildungsschule für Lehrlinge» 1860 an der Kugelgasse. Bemerkenswert das damalige Inserat, das in der aufblühenden Textilmetropole auch auf Englisch erschien.

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Berufsschüler auf dem Pausenplatz. (Archivbild: Hannes Thalmann)

Berufsschüler auf dem Pausenplatz. (Archivbild: Hannes Thalmann)

150 Jahre GBS St. Gallen wird 2010 gefeiert, mit Verweis auf die Eröffnung der «Freiwilligen Fortbildungsschule für Lehrlinge» 1860 an der Kugelgasse. Bemerkenswert das damalige Inserat, das in der aufblühenden Textilmetropole auch auf Englisch erschien.

Doch tatsächlich ist die Berufsbildung in St. Gallen viel älter: So existierte bereits 1783 eine Zeichnerschule für angehende Handwerker, 1821 eine Berufsschule, seit 1842 eine Industrieschule und mit Gründungsjahr 1846 die Stickfachschule.

Aus der «Voluntary School» ging 1904 die städtische Gewerbeschule hervor, deren Neubau 1913 in St. Mangen bis heute einer von zehn Standorten des mittlerweile kantonalen GBS ist. Der Geist der Geschichte lässt sich beispielhaft im seit 100 Jahren unveränderten Lehrerzimmer an der Kirchgasse atmen.

Zwar finden sich im Faltblatt zum 150-Jährigen manche Eckdaten zur Geschichte und Anekdoten, etwa vom «Wanderlehrer mit Überseekoffer» oder den «Steinigen im 68er-Look».

Doch nach dem wertschätzenden Blick zurück soll die Podiumsveranstaltung mit geladenem Publikum heute Abend in der Aula ganz dem Blick in die Zukunft gelten. Unterm Titel «Blickpunkt 2022» lauten die Fragen: Was muss das GBS St. Gallen tun, um den Erwartungen der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Lernenden und Lehrenden sowie der Bildungspolitik gerecht zu werden? Wie kann die schweizerische Berufsbildung weiterhin Weltspitze bleiben?

«Wir brauchen künftig noch mehr Fachkräfte mit einer guten Lehre und Fachausbildung», sagt der neue Swissmem-Präsident Hans Hess, man müsse «den Jungen zeigen, dass die Schweizer Exportindustrie ein attraktiver Arbeitsort ist» (Ausgabe vom 25.11.). Hess wird nebst Ursula Renold, Direktorin Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, und Ernst Buschor, früherer Zürcher Bildungsdirektor und Mitglied Bertelsmann Stiftung, mit einem Referat einen visionären Blick in die Zukunft wagen, wie es heisst.

Am Podium, geleitet durch den Wirtschaftsjournalisten Beat Kappeler, beteiligen sich auch GBS-Schüler. Zwei Beispiele für die vielen kritischen Fragen, die sich Lernende mit Blick auf 2022 stellen: Wird die Lehre eines Tages zu gut sein für eine Welt, in der alles billig sein muss? Und welche Berufe wird es möglicherweise gar nicht mehr geben? (mel)

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