PLATZMANGEL: Deponie um 22 Meter auffüllen

Stadt- und Kantonsvertreter haben die Bevölkerung über angehende Projekte der Deponie Tüfentobel informiert. Um mehr Platz zu schaffen, werden Bäche zusammengeführt.

Nina Rudnicki
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Der Platz auf der Deponie Tüfentobel wird knapp. Eine Neugestaltung soll Abhilfe schaffen. (Bild: Michel Canonica)

Der Platz auf der Deponie Tüfentobel wird knapp. Eine Neugestaltung soll Abhilfe schaffen. (Bild: Michel Canonica)

Nina Rudnicki

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Wie steht es aktuell um die Deponie Tüfentobel? Wie geht es weiter? Und wo drückt die Gaiserwalderinnen und Gaiserwalder der Schuh? Diese drei Fragen gliederten den Info-Abend im Betriebsgebäude der Deponie Tüfentobel. Am meisten interessierte das Projekt «Optimale Auffüllung», welches eine Erweiterung und Neugestaltung der Deponie vorsieht, um das Deponievolumen zu vergrössern.

Rund 50 Personen waren gekommen, um mit Stadt- und Kantonsvertretern zu diskutieren. «Die Deponie Tüfentobel ist eine wichtige Anlage im Kanton. Es gibt nicht viele Deponien, die so viel aufnehmen können», sagte der St. Galler Stadtrat Peter Jans. Ein Gaiserwalder Bürger sagte, er habe den Eindruck, dass der Kanton mit der Deponie den Weg des geringsten Widerstandes gehe. Er vermisse die Solidarität im Kanton und frage sich, wieso sich dieser nicht stärker um andere Standorte bemühe. Eine Vertreterin des Vereins Pro Gaiserwald bemängelte, dass in der Deponie auch Material der beiden Appenzell angenommen wird. In übrigen Wortmeldungen wollten die Anwesenden vor allem wissen, welche Massnahmen gegen die Lärm- und Verkehrsbelastung vorgesehen sind.

Lärmschutz gegen Einsprachen

Die Lärmemissionen während des Betriebs und durch Transporte sind für Christian Helbig, Bereichsleiter Abfalllogistik und Deponie bei Entsorgung St. Gallen, die kritischen Punkte bei der Umsetzung des Projektes «Optimale Auffüllung». Um Einsprachen von Anwohnern zu verhindern, seien Absprachen mit ihnen und allenfalls Lärmschutzmassnahmen notwendig. Demnächst sollen die entsprechenden Lärmmessungen durchgeführt werden. Bereits jetzt umgesetzt werden Vermessungsarbeiten am Boden und aus der Luft.

Zudem ist ein Team aus Landschaftsarchitekten, Wasserbauern, Geotechnikern, Deponietechnikern, Ökologen, Umweltplanern und Lärmspezialisten damit beschäftigt, das neue Gelände der Deponie zu planen. Entstehen soll im Norden der Deponie aus wasserstandtechnischen Gründen das Seeli Nord. Zudem ist vorgesehen, das Gelände am Westrand zu erweitern. Das Landschaftsbild am Ostrand soll hingegen erhalten bleiben. Auch sollen der Meldeggbach und die Bruedertobelbäche umgeleitet und zusammengeführt und der Weidbach südlich des Geländes abgeleitet werden. Durch diese Umgestaltungen gibt es laut Helbig weniger Unterbrüche auf dem Gelände. Das wieder­um ermöglicht ein grösseres Deponievolumen von vier Millionen Kubikmetern. Durch diese Auffüllung wird das Gelände um bis zu 22 Meter höher.

«Die Deponie läuft wie vorgesehen bis 2040. Die Laufzeit der Deponie wird unter keinen Umständen verlängert», sagte Helbig. Bis Ende Jahr soll die Vorprojektphase abgeschlossen sein. Anschliessend wird das Projekt aufgelegt und von Gemeinde, Kanton und Bund geprüft. 2019 werden allfällige Einsprachen behandelt, so dass die Bauvorbereitungen im Jahr 2020 beginnen können.

Viele Anspruchsgruppen wollen mitreden

Nach Abschluss des Projektes soll auf dem Gebiet wieder ein Wald wachsen. Helbig bezeichnete das Vorhaben «optimale Auffüllung» als Super-Projekt, in welches aber extrem viel Anspruchsgruppen, unter anderen Anwohner, Landbesitzer, Mitarbeitende oder der Kanton involviert seien. Daher wolle man fortlaufend über den Projektstand informieren. Daraufhin forderte ein Gaiserwalder, doch ein Modell des geplanten neuen Geländes anzufertigen. «So dass sich jeder bildlich vorstellen kann, wie das aussehen soll.»