Platzbedarf für Wasserratten

Für das St. Galler Blumenwies wurde mit einer Formel der Wasserflächenbedarf pro Person berechnet. In Gossau reicht momentan eine Machbarkeitsstudie für ein allfälliges Hallenbad.

Andrina Zumbühl
Drucken
Teilen
Im Hallenbad Rosenau ist der «Ist-Zustand» unzureichend. Dieses Ergebnis setzt sich aus Rückmeldungen und Beobachtungen zusammen. (Bild: Olivia Hug)

Im Hallenbad Rosenau ist der «Ist-Zustand» unzureichend. Dieses Ergebnis setzt sich aus Rückmeldungen und Beobachtungen zusammen. (Bild: Olivia Hug)

«GoGesak»-Befürworter des Buechenwald finden, dass das Hallenbad Rosenau zu wenig Wasserfläche bietet. Ein neues Hallenbad hätte 41 Prozent mehr Wasserfläche. Doch wie viel Wasserfläche braucht ein Hallenbad überhaupt? Heinz Brunner, Leiter Abteilung Bäder im Sportamt der Stadt St. Gallen, erklärt, wie der Wasserflächenbedarf berechnet werden kann.

Formel nicht immer anwendbar

«Die benötigte Wasserfläche pro Person kann mit einer mathematischen Näherungsformel gemäss den Bädernormen für Sportanlagen berechnet werden», sagt er. Grundsätzlich gehe man bei der Berechnung von der Einwohnerzahl des Hallenbadstandortes aus, sagt Heinz Brunner. Das Einzugsgebiet eines Bades sei aber grösser als die betreffende Gemeinde oder Stadt. «Es wird also entsprechend dieses Einzugsgebietes eine Anzahl Besucher für ein Hallenbad geschätzt», erklärt Brunner weiter. Daraus resultiere dann eine bestimmte Wasserfläche. Die mathematische Berechnung sei eine «komplexe Sache». Denn was in der Berechnung ebenfalls beachtet werden müsse, sei die Relation zur Distanz. Je weiter eine Person vom Hallenbad entfernt wohnt, desto weniger Wasserfläche stehen ihr prozentual zur Verfügung. Diese Berechnungen des Grundbedarfes können laut Brunner nicht immer angewendet werden. Der Säntispark mit den vielen Sonderangeboten zum Beispiel sei eine Ausnahme.

Rechtfertigung für Buechenwald

«Aus den Berechnungen hat sich ergeben, dass das Hallenbad Blumenwies für die Stadt St. Gallen ein Wasserflächendefizit von 650 Quadratmetern aufweist», erklärt Heinz Brunner. Die Besucher der umliegenden Gemeinden hinzugezählt, ergibt sich ein noch grösseres Einzugsgebiet. Somit habe das Blumenwies ein Wasserflächendefizit von rund 1000 Quadratmetern. «Wenn ein Bad laufend überfüllt ist, kann vermutet werden, dass zu wenig Wasserfläche zur Verfügung steht», sagt Brunner. «Wenn die Formel allein für eine Stadt in der Grösse von Gossau angewendet würde, ergäbe sich grundsätzlich ein ausgewiesener Wasserflächenbedarf für ein Hallenbad.»

Unzureichender «Ist-Zustand»

Laut Yvo Lehner vom Hochbauamt Gossau wurden für ein allfälliges Hallenbad Buechenwald noch keine Berechnungen durchgeführt. Momentan reiche eine Machbarkeitsstudie aus. Eine Vertiefung passiere erst später, sagt Lehner weiter. Aber man habe im Hallenbad Rosenau einen unzureichenden «Ist-Zustand» festgestellt. Dieses Ergebnis setzt sich aus Rückmeldungen der Besucher und Beobachtungen der Einwohner und der Bademeister zusammen. Für ein neues Hallenbad sollten sechs Bahnen geplant werden anstatt vier, wie im jetzigen Hallenbad Rosenau.

Bild: ANDRINA ZUMBÜHL

Bild: ANDRINA ZUMBÜHL