Plakativ an der rechten Stelle

Ja, diese Ständeratswahl ist paradox. Nicht nur, weil potenzielle Ständeräte um Sitze kämpfen. Nein, auch weil es zwar eigentlich um zwei Sitze geht, um die sich neun Leute bewerben, in Rorschach aber nur der Zweikampf um einen Sitz im Zentrum steht. Wortwörtlich. In Form von Plakaten mitten in der Stadt.

Corina Tobler
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Nachdem Thomas Müllers Plakat entfernt wurde, zeigt sich vor der Ständeratswahl im Stadtzentrum nur noch Paul Rechsteiner. (Bild: ren)

Nachdem Thomas Müllers Plakat entfernt wurde, zeigt sich vor der Ständeratswahl im Stadtzentrum nur noch Paul Rechsteiner. (Bild: ren)

Ja, diese Ständeratswahl ist paradox. Nicht nur, weil potenzielle Ständeräte um Sitze kämpfen. Nein, auch weil es zwar eigentlich um zwei Sitze geht, um die sich neun Leute bewerben, in Rorschach aber nur der Zweikampf um einen Sitz im Zentrum steht. Wortwörtlich. In Form von Plakaten mitten in der Stadt.

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Paul Rechsteiner hat den Marktplatz zu seiner Bühne gemacht, das Plakat des SP-Manns steht prominent und allein auf dem – zumindest nominell – wichtigsten Platz der Stadt. Es verspricht Löhne, Renten und Menschenrechte. Linke Anliegen, die dennoch plakativ gesprochen eher rechts auf dem Platz stehen. Vielleicht der Kompromiss Rechsteiners an die vom SVP-Konkurrenten Thomas Müller geführte Stadt. Apropos Müller: Wer vom Marktplatz her links abbog – jawohl, paradox – kam bis vor kurzem zu dessen Plakat. Es stand im neuen Teil des Stadtzentrums um den aus Baugründen noch etwas tristen Trischliplatz. Dort prangte, standesgemäss ganz rechts, die farbige Aufforderung des Stapis an «seine» Einwohner, ihn als bürgerlichen Ständerat anstelle von Rechsteiner zu wählen.

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Nun hat Müller allerdings – nachdem das Plakat verunstaltet wurde – das Feld geräumt. Sein SP-Konkurrent startete derweil am Bahnhof Stadt eine Wahlkampfaktion. Es ist der rechte Ort für den Einsatz von Edel-Helfern. Und siehe da: SP-Stadtrat Guido Etterlin höchstpersönlich verteilte Rechsteiner-Brötli. Ob aus linken oder rechten Gründen sei dahingestellt. Ein bisschen paradox ist's aber.

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