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PLÄNE FÜR ST.FIDEN: Zwischen Zufriedenheit und Enttäuschung

In St.Fiden soll in den kommenden Jahren ein neuer Stadtteil entstehen. Die Meinungen über die Pläne der Stadt für die weitere Entwicklung gehen aber auseinander. Insbesondere die Frage der Gleisüberdachung scheidet die Geister.
David Gadze
Noch ist es nur eine Vision. Aber in diese Richtung will die Stadt das Gebiet beim Bahnhof St. Fiden entwickeln. (Bild: PD/Stadt St. Gallen/Team KCAP)

Noch ist es nur eine Vision. Aber in diese Richtung will die Stadt das Gebiet beim Bahnhof St. Fiden entwickeln. (Bild: PD/Stadt St. Gallen/Team KCAP)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Hochhäuser für Wohnen und Arbeiten beidseits der Gleise, bessere Querverbindungen, Verdichtungen in den angrenzenden Wohngebieten, attraktive Freiflächen: Die Stadt will rund um den Bahnhof St.Fiden ein neues Zentrum entwickeln. Das sieht zumindest die Vision vor, welche die Verantwortlichen nach einer rund einjährigen Testplanung vergangene Woche vorgestellt haben (siehe «Tagblatt» vom Freitag). Was konkret entstehen wird, steht derzeit noch in den Sternen. Doch die Meinungen über die Vision gehen jetzt schon auseinander.

Auch die Gleise überdachen

Enttäuschung über die Entwicklungspläne schwingt bei SVP-Stadtparlamentarier Heini Seger mit. «Ich frage mich, was diese Testplanung gebracht hat.» Seger kritisiert insbesondere, dass das Gleisfeld zwischen der Spinnerei- und der Splügenbrücke nicht für eine Überbauung überdacht werden soll. Aufgrund der vorgesehenen grossen Volumen rund um den Bahnhof könne man städtebauliche Argumente gegen eine dichte Überbauung mit weiteren Hochhäusern auf dem Deckel nicht gelten lassen. Die geplante Überdachung der Autobahn sei ausserdem wesentlich teurer, ist sich der Bauingenieur sicher. Also müsste auch über den Bahnanlagen ein Deckel finanzierbar sein, zumal dieser ohnehin von Investoren bezahlt würde. «Wenn man schon von einer Vision spricht, ist es zentral, die Türe für mögliche Investoren nicht schon im Vornherein zuzuschlagen», sagt Seger. Jede in diesem frühen Planungsstadium festgelegte Einschränkung halte Investoren ab.

FDP-Parlamentarier Werner Kühne sieht das ähnlich. Mit der eingeschlagenen Stossrichtung befinde man sich zwar auf dem richtigen Weg. Die präsentierten Ideen bezeichnet der Geschäftsführer eines Bauunternehmens jedoch als «zu wenig visionär» und «etwas ängstlich». «Das Ziel muss sein, die Gleise zu überdachen», sagt Kühne. So würde die «Wunde zwischen den Quartieren geheilt». Es sei klar, dass eine Überdachung mehrere hundert Millionen kosten würde, was zur Refinanzierung eine sehr verdichtete und voluminöse Bebauung erfordern würde. Trotz der Schwierigkeiten, einen solchen «Stadtwald» mit riesigen Gebäuden in die bestehenden angrenzenden Wohngebiete zu integrieren, müsse die Stadt auf eine solche Lösung hinarbeiten. Deshalb begrüsst es Kühne, dass sich die Stadt schon bald mit potenziellen Investoren an einen Tisch setzen will. Schliesslich müsse jemand die Realisierung dieser Ideen bezahlen. «Man hat in diesem Gebiet schon ein paar Mal geplant und musste dann doch immer wieder bei Null anfangen. Diesmal darf es keine weitere Planungsleiche geben.»

Aussenräume wichtiger als Bauvolumen

Für SP-Parlamentarierin Doris Königer hingegen steht das Volumen der künftigen Bebauung nicht an erster Stelle. Dass die Stadt rund um den Bahnhof St.Fiden ein neues Zentrum entwickeln will, sei richtig, sagt die Architektin. Bei der Gestaltung dieses Zentrums sei es aber immens wichtig, Aussenräumen wie Plätzen, Grünflächen und dem Strassenraum einen hohen Stellenwert beizumessen. «Was rundherum gebaut wird und wie gross, ist sekundär.» Königer gibt zu bedenken, dass es Jahrzehnte dauern könnte, bis die Vision ganz oder teilweise realisiert sei. Die Zwischenschritte müssten deshalb sehr sorgfältig geplant werden. «Rundherum gibt es funktionierende Quartiere mit gewachsenen Strukturen. Diese Quartiere dürfen durch neue Nutzungen und Angebote nicht geschwächt, sondern müssten gestärkt werden.» Dabei sei auch die Erschliessung ein wichtiger Faktor. Es brauche sowohl für den öffentlichen als auch für den Langsamverkehr bessere Verbindungen in der Längs- und in der Querachse.

Basil Oberholzer von den Jungen Grünen spricht von «interessanten und vielversprechenden Varianten», welche die Testplanung für die Entwicklung des Gebiets aufgezeigt habe. Positiv sei, dass die Stadt beidseits des Bahnareals eine dichte Bebauung anstrebe und gleichzeitig die umliegenden Quartiere aufwerten wolle. Eine Überdachung der Gleise sei deshalb nicht notwendig. Oberholzer hebt auch die «durchwegs funktionale Durchmischung von Wohnen und Arbeiten» in der angedachten Überbauung hervor. Dadurch würden in St.Fiden kurze Wege realisiert und der Verkehr reduziert. Dies biete die Chance, eine städtebauliche Vision zu verwirklichen, welche auf das ganze Stadtgebiet ausstrahlen könne. Für die Aufwertung dieses neuen Zentrums sei aber wichtig, die Grünflächen nicht zu vernachlässigen und den Tanneichenbach offenzulegen.

www.stadtsg.ch/stfiden

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