Pläne für «Falken» liegen auf

Der Gestaltungsplan Falken liegt seit kurzem öffentlich auf. Anstelle des ehemaligen Restaurants Falken und der dazugehörigen Metzgerei sollen viergeschossige Wohn- und Gewerbebauten entstehen. Baustart soll im Frühling sein.

Johannes Wey
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Seit über vier Jahren will die HAB AG das Restaurant und die Metzgerei Falken für eine Überbauung abreissen. Nun liegt der Gestaltungsplan auf. (Bild: Michel Canonica)

Seit über vier Jahren will die HAB AG das Restaurant und die Metzgerei Falken für eine Überbauung abreissen. Nun liegt der Gestaltungsplan auf. (Bild: Michel Canonica)

GOSSAU. Beim Flawiler Architekturbüro HAB AG war Geduld gefragt. Die Pläne für den Bau zweier Wohn- und Gewerbehäuser zwischen St. Galler- und Lerchenstrasse in Gossau bestehen schon über vier Jahre. Die bestehende Bebauung und die Eigentumsverhältnisse im Geviert, dass nordöstlich von der Falkenstrasse und südwestlich vom Drosselweg begrenzt wird, sind aber komplex. Deshalb entschloss man sich, zusammen mit den übrigen Grundeigentümern einen Überbauungsplan zu erarbeiten. Dieser wurde vor einem guten Jahr erlassen. Nun liegt bis am 9. September auch der Gestaltungsplan, der nur das Bauprojekt der HAB AG betrifft, öffentlich auf. «Wir sind mit dem Resultat zufrieden», sagt Architekt und HAB-Teilhaber Marcel Bucher. Bei der Entwicklung des Gestaltungsplans seien auch Stadt und Anstösser «fast wie bei einem Workshop» einbezogen worden.

Wohn- und Gewerberaum

Der Gestaltungsplan betrifft nur eine Teilfläche des Gebiets, über das sich der Überbauungsplan erstreckt. Konkret sollen das ehemalige Restaurant Falken mit zugehöriger Metzgerei und die dahinterliegende Scheune abgebrochen werden, um Platz für Neubauten zu schaffen. Die HAB AG plant zwei Wohn- und Gewerbehäuser mit Tiefgarage. Die beiden Hochbauten sollen zudem mit einem eingeschossigen Gewerbebau verbunden werden. Westlich der Wohn- und Gewerbehäuser entsteht eine neue Gemeindestrasse.

Projekt schon fast baureif

Die umfangreichen Planungen, die für den Gestaltungsplan nötig waren, kommen der HAB AG nun zugute. «Dieses <Richtprojekt> ist schon fast reif für die Baueingabe», sagt Bucher. Ziel sei, im kommenden Frühling mit dem Bau zu beginnen. Der Architekt rechnet mit einer etwas längeren Bauzeit von rund anderthalb bis eindreiviertel Jahren, weil der Bau der Tiefgarage komplizierter als üblich werden dürfte. «Sie grenzt an mehrere bestehende Gebäude. Da sind Massnahmen nötig», sagt Bucher. Für das Projekt rechnet er mit Kosten von knapp sieben Millionen Franken, den Baulandpreis nicht eingerechnet.

Stadtentwickler erfreut

Aus Sicht von Stadtentwickler Martin Schmid ist es ein Glücksfall, dass für das ganze Gebiet zwischen St. Galler-, Falken- und Lerchenstrasse sowie Drosselweg ein Überbauungsplan erstellt wurde. «So ein Vorgehen würde ich gerne öfter sehen.» So könne die geeignete Struktur für ein zusammenhängendes Gebiet gefunden werden. Die Grundeigentümer legen mit der Stadt fest, wie das Gebiet künftig aussehen soll. «Das gibt für beide Seiten Planungssicherheit.» Auch die innere Verdichtung, derzeit das Schlagwort schlechthin in der Stadtplanung, könne so vorangetrieben werden. Ein Gestaltungsplan bietet Bauherren Vorteile, beispielsweise, dass sie höhere Ausnutzungen realisieren können. Im Gegenzug verpflichten sie sich zu einer hohen städtebaulichen Qualität.

Abgesehen vom Projekt der HAB AG gibt es im Gebiet des Überbauungsplans Falken noch keine weiteren konkreten Bauvorhaben. Für Schmid ist dies zweitrangig. Wichtig sei, dass bereits jetzt einheitliche Voraussetzungen für Bauprojekte in diesem Gebiet feststehen. Sondernutzungspläne, zu denen auch Überbauungs- und Gestaltungspläne zählen, sollen laut Schmid vor allem für grössere Gebiete angewendet werden, die schrittweise verdichtet oder umstrukturiert werden sollen. «Einzelbauten sollten jedoch in der Regelbauweise realisiert werden können», sagt der Stadtentwickler.

Martin Schmid Leiter Stadtentwicklung Gossau (Bild: pd)

Martin Schmid Leiter Stadtentwicklung Gossau (Bild: pd)