Plädoyer für natürliche Flüsse

THAL. Der Biologe Lukas Indermaur referiert auf Einladung vom Naturschutzverein am Alten Rhein in der Oberstufe Thal über fliessende Gewässer und deren Bedeutung.

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Der Tagliamento ist der letzte frei fliessende Fluss in Mitteleuropa. (Bild: zVg)

Der Tagliamento ist der letzte frei fliessende Fluss in Mitteleuropa. (Bild: zVg)

Der Gewässerbiologe Lukas Indermaur kennt beides: Kanalisierte Flüsse, wie den Alpenrhein und den letzten frei fliessenden Fluss in Mitteleuropa, den Tagliamento. In seinem Vortrag wird der Gewässerbiologe aufzeigen, was vom Tagliamento für künftige Revitalisierungsprojekte, wie z. B. die Revitalisierung des Alpenrheins, zu lernen ist. In den vergangenen 150 Jahren wurden fast alle Flüsse gebändigt. Sinnliche Erlebnisse am intakten Fluss haben deshalb Seltenheitswert. Der grosse ungezähmte Tagliamentofluss wird aufgrund seiner Einzigartigkeit auch «König der Alpenflüsse» genannt. Hier hat Gewässerökologe Lukas Indermaur während langer Zeit die Lebensraumansprüche von Amphibien untersucht und mit einem Doktorat an der ETH abgeschlossen. Zum Tagliamento sagt er: «Die Schönheit des Flusses ist überwältigend.»

Dynamik ist lebenswichtig

Es ist die Dynamik und Kraft des Wassers, die magisch in ihren Bann zieht. Ein natürlicher Fluss erschafft sein Flussbett und den Uferbereich immer wieder neu. Dies ist für den Fluss und seine Bewohner lebenserhaltend. Heute findet glücklicherweise die Umkehr von der Gewässerregulierung zur Gewässerbefreiung statt. Dieses Umdenken findet seinen Niederschlag auch als Revitalisierungsauftrag im neuen Gewässerschutzgesetz. Aber auch vor der Haustüre tut sich was. So sollen 2017 am Alpenrhein, auf der Strecke Bodensee–Illmündung, die Bagger auffahren, um den Rhein gleichzeitig sicherer und natürlicher zu machen.

Chance für Alpenrhein und Co

«Dieser Schritt tut Not, denn für den Erhalt der Artenvielfalt im und am Wasser ist der Vollzug des Gewässerschutzgesetzes entscheidend. Es verpflichtet zur Revitalisierung von Fliessgewässern sowie zur Sanierung der negativen Auswirkungen der Wasserkraftnutzung», unterstreicht Lukas Indermaur als Geschäftsführer der Umweltplattform Lebendiger Alpenrhein. So wartet der Alpenrhein seit dem Erscheinen des Entwicklungskonzeptes Alpenrhein im 2005 noch immer auf die erste Rheinaufweitung. Das Potenzial des grössten Gebirgsbaches auf der Alpennordseite als Lebensraum und Verbreitungskorridor für Fauna und Flora ist immens. Die Revitalisierung des Alpenrheins ist denn auch eine Herzensangelegenheit der Umweltplattform Lebendiger Alpenrhein. Doch was ist bei Revitalisierungen wichtig, damit sie ihr Ziel nicht verfehlen? Lukas Indermaur wird dazu Antworten liefern. (zol)

Mittwoch, 14. November, 19.30 Uhr, in der Aula der Oberstufe Thal. Der Eintritt ist frei.

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