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Pioniere auf dem Curlingeis

Seit dieser Saison hat St. Gallen einen eigenen Rollstuhlcurling-Club. Das Team um Skip Claudia Hüttenmoser gewann zuletzt sogar gegen ein Team mit nichtbehinderten Menschen.
Lukas Würmli
Mit viel Gefühl gibt Skip Claudia Hüttenmoser, unterstützt von Brigitte Huber, dem Curlingstein das richtige Tempo mit auf den Weg. (Bild: Lukas Würmli)

Mit viel Gefühl gibt Skip Claudia Hüttenmoser, unterstützt von Brigitte Huber, dem Curlingstein das richtige Tempo mit auf den Weg. (Bild: Lukas Würmli)

CURLING. Präzision und viel Gefühl in den Armen – diese Fähigkeiten sind beim Rollstuhlcurling am meisten gefragt. So ist Routine ein wichtiger Faktor für erfolgreiches Spielen mit dem Rollstuhl auf dem Eis. Routiniert wie nur wenig andere Athleten in der Schweiz sind Claudia Hüttenmoser und Ivo Hasler, das Backend des St. Galler Rollstuhlcurling-Teams. Zusammen mit dem nun ebenfalls bei St. Gallen engagierten Ewald Bannwart konnten sie in der vergangenen Saison mit Wetzikon den Schweizer-MeisterTitel bejubeln.

Erst Anfang dieser Saison wurde der Rollstuhlclub St. Gallen Curling gegründet. «Nach St. Gallen haben wir einen kürzeren Anreiseweg, und die Halle ist gut zugänglich», sagt der in Winkeln wohnhafte Hasler. Auch die Goldacherin Hüttenmoser unterstützt diese Aussage und fügt an: «Die Leute in St. Gallen haben uns gut aufgenommen und sind sehr freundlich.» Hüttenmoser, Hasler und Bannwart haben in St. Gallen ein Team mit sieben Athleten aufgebaut.

Unglaubliche Präzision

Von der grossen Routine können nun vor allem die anderen Spieler im Team stark profitieren. «Wir können ihnen ziemlich genaue Ratschläge geben», sagt Hasler. Zweimal wöchentlich treffen sich die St. Galler zum Training unter Coach Mike Herd. «Den Schwerpunkt lege ich im Training auf die Länge», so Herd. Im Gegensatz zu den nichtbehinderten Menschen gibt es im Rollstuhlcurling keine Wischer. Wenn ein Stein abgegeben wurde, kann sein Lauf nicht mehr beeinflusst werden. «Das ist sicher der grösste Unterschied», so Hüttenmoser. «Es erfordert eine enorm gute Präzision, und je länger man spielt, desto konstanter wird auch die Länge.» «Das genaue Spiel ist beeindruckend», findet auch Daniel Meuli, der anlässlich des GP St. Gallen gegen die Rollstuhlcurler spielte.

Aber auch für Hüttenmoser und ihr Team ist es speziell, gegen nichtbehinderte Curler zu spielen. «Durch ihr Wischen verändern sie immer den Zustand des Eises, wir müssen uns bei jedem Stein auf neue Verhältnisse einstellen», so die 45-Jährige. «Chancen auf den Sieg haben wir aber in jedem Spiel.» Gegen das Team von Meuli verloren sie mit 1:16 und waren mit der eigenen Leistung alles andere als zufrieden. «Entweder spielen wir alle gut oder alle schlecht», sagt Hüttenmoser. Im späteren Turnierverlauf konnten sie dann auch einen Sieg feiern.

Ziel Meistertitel, aber wann?

An den Schweizer Meisterschaften im Januar und im Februar 2013 wollen Hüttenmoser und Hasler mit ihrem Team um die Medaillen mitkämpfen. Coach Herd hat die Titelverteidigung als Ziel formuliert. «Wir wären sehr glücklich über eine Medaille, Rang eins ist aber ein sehr hoch gestecktes Ziel», sagt Hasler dazu. «Wenn wir aber die Playoffs der ersten vier erreichen, kann alles passieren.»

Dass St. Gallen an der Spitze des Schweizer Rollstuhlcurlings mithalten könnte, zeigte das Team vor zwei Wochen am internationalen Turnier in Lausanne. «Wir hatten etwas Glück und konnten konstant gute Leistungen abrufen, im Team stimmte es», so Hüttenmoser. Am Ende des Turniers schaute der dritte Platz heraus. «Wichtig ist in dieser Saison aber auch, dass alle Spieler genug zum Einsatz kommen und Spielpraxis sammeln können», sagt Hasler. «Längerfristig ist der Meistertitel für unser neues Team dann aber bestimmt ein Thema.»

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