Pinkeln in schwindelerregender Höhe

RORSCHACH. Zuoberst auf dem Baugerüst des Hochhauses thront ein mobiles WC – wenn die Blase drückt, muss es schnell gehen. Schnell kommen auch die Bauarbeiten voran: Beim ersten der drei «Stadtwald»-Türme fehlen nur noch vier Etagen.

Lea Müller
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Mobiles WC auf dem Dach für die Bauarbeiter der wachsenden «Stadtwald»-Türme. (Bild: Lea Müller)

Mobiles WC auf dem Dach für die Bauarbeiter der wachsenden «Stadtwald»-Türme. (Bild: Lea Müller)

Es ist das wohl höchstgelegene mobile WC in Rorschach: Zuoberst auf einem der täglich wachsenden «Stadtwald»-Türme steht eine Toilette. Auf einer Baustelle darf das stille Örtchen nicht fehlen – auch wenn es sich mehr als 40 Meter über dem Boden befindet. «So hoch oben pinkelt man nicht alle Tage», sagt einer der Bauarbeiter und schmunzelt. «Aber sonst müssten wir eine halbe Stunde lang das Baugerüst hinuntersteigen, nur um auf die Toilette zu gehen.» Und in dieser Zeit könne man mit der Arbeit ein grosses Stück vorankommen, betont der Bauarbeiter.

Wachsen in rasantem Tempo

Der Rorschacher «Stadtwald» wächst denn auch in rasantem Tempo – und dank der kürzeren Toilettenpausen vielleicht noch schneller als gedacht. Der erste der drei geplanten Türme ragt bereits zwölf Stockwerke in die Höhe. Die 13. Etage ist zurzeit in Arbeit. Insgesamt 16 Geschosse und 50 Meter hoch sollen die Neubauten noch werden und Platz für 201 Wohnungen bieten. Das erste Hochhaus soll im Juli 2012 bezugsbereit sein. Bis dahin dürften die Bauarbeiter noch oft froh darum sein, auch in luftiger Höhe ihrem dringenden Bedürfnis nachkommen zu können.

Höchstes WC im «Sonnenhof»

Den Titel des höchstgelegenen WCs in Rorschach hat die mobile Baustellen-Toilette im «Stadtwald» allerdings nicht verdient: Laut Richard Lehner, Autor des im Jahr 1996 erschienenen Rorschacher WC-Führers, befindet sich dieses nämlich in der obersten Wohnung im «Sonnenhof» – dem Gebäude am höchsten Punkt der Hafenstadt.