Picasso macht Waldeslust Platz

Grössen der Kunst, imponierende Architektur, unvergleichliche Lage: Mit 100 000 Besuchern an der «Première» hat sich das Forum Würth Rorschach auf Anhieb als erfolgreiche Kunstdependance etabliert. Jetzt kommt die zweite Ausstellung.

Andrea Sterchi
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Neben Pablo Picasso und Fernando Botero lockten auch andere grosse Namen der Kunst 100 000 Kunstliebhaber ins Forum Würth Rorschach. (Bild: Corina Tobler)

Neben Pablo Picasso und Fernando Botero lockten auch andere grosse Namen der Kunst 100 000 Kunstliebhaber ins Forum Würth Rorschach. (Bild: Corina Tobler)

RORSCHACH. C. Sylvia Weber strahlt übers ganze Gesicht. Sie und ihr Ausstellungsteam haben eine «Punktlandung» geschafft. Noch drei Tage vor der Finissage fehlten gut 1500 Besuche für die 100 000, die sie für die Eröffnungsausstellung «Première» im Forum Würth anvisiert hatten. Also hofften sie auf die Finissage. Und tatsächlich wurde am Freitagabend (siehe Beitrag unten) die magische Grenze geknackt. Seit der Eröffnung Ende April 2013 kamen mehr als 100 000 Kunstliebhaber in die Rorschacher Kunstdependance. «Für eine Eröffnungsausstellung sind diese Zahlen ein voller Erfolg. Wir sind sehr zufrieden», sagt die Direktorin der Sammlung Würth. Einen grossen Anteil am Erfolg hätten auch die 800 Gruppenführungen, davon 200 für Kinder und Jugendliche, die bisher stattgefunden haben. «Es ist schön, dass dieses Angebot so gut angenommen wurde. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, gerade was unser Kunstvermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche angeht.»

Dem Vergleich standhalten

Den Vergleich mit anderen Kunstdependancen der Würth Gruppe muss Rorschach nicht scheuen. «Rorschach hat sich ziemlich schnell sehr gut etabliert», sagt C. Sylvia Weber mit Blick auf die anderen zehn Dependancen und insbesondere auf jene in Frankreich und Spanien, die ähnlich gross sind. Was Rorschach vorteilhaft von anderen abhebe, sei natürlich die Architektur des Gebäudes sowie die besondere Lage direkt am See mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr. «Und Rorschach profitiert von der Nähe zum Museen am Stammsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau und zur Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall.»

Foyerausstellungen ein Erfolg

Bewährt haben sich ihrer Ansicht nach zudem die wechselnden Ausstellungen im Foyer des Würth-Gebäudes. «Sie sind eine schöne Ergänzung zu unserem Tresor, dem Forum,» sagt C. Sylvia Weber. Die derzeit laufende Ausstellung «Aussenseiterkunst» wird gar bis zum 15. März verlängert. Danach folgt eine monothematische Ausstellung mit Werken des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero. Und für 2016 ist eine Ausstellung mit Fokus auf das Textile geplant.

Picasso wird eingepackt

Der «Tresor» ist derzeit zugeschlossen, denn hier wird eifrig umgebaut. Die «Première»-Kunstwerke müssen abgehängt, für jedes ein restauratorisches Protokoll erstellt und alle sachgerecht in Kisten verpackt werden. Die Ausstellung wechselt nämlich ins Noordbrabants Museum in Den Bosch, Niederlande. Der Zeitplan bis zur Vernissage der neuen Ausstellung «Waldeslust» am Sonntag, 25. Januar, ist eng. Allein das Abhängen der Bilder dauert zwei bis drei Tage, genauso viel Zeit beansprucht der Aufbau der neuen Werke. «Ein Modell zeigt, wo welche Werke hinkommen. Theoretisch ist die Ausstellung also fertig gehängt. Aber Anpassungen sind immer nötig», meint C. Sylvia Weber. 12 Personen arbeiten auf Hochtouren an der neuen Ausstellung. Die Kuratorin hofft nun auf einen Umbau ohne Komplikationen, denn Kunstwerken passiere meist in dieser Zeit oder beim Transport etwas.

Übrigens: Die Bilder reisen nie allein, sie werden immer von Kurieren begleitet.

C. Sylvia Weber Direktorin der Sammlung Würth (Bild: ast)

C. Sylvia Weber Direktorin der Sammlung Würth (Bild: ast)