Pia Hollenstein im Vorstand

Der Naturschutzverein Stadt St. Gallen und Umgebung blickt auf ein erfreuliches Jahr zurück. Dass die Rechnung mit einem Minus abgeschlossen hat, ist ganz im Sinne des Vereinszwecks.

Stefan Feuerstein
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Das Arbeiten in rund einem Dutzend grosser und kleiner Schutzgebiete gehört zu den Kernaufgaben des Stadtsanktgaller Naturschutzvereins. Dazu zählt auch das Heuen im Herbst wie hier im Oberen Gädmen. (Bild: pd)

Das Arbeiten in rund einem Dutzend grosser und kleiner Schutzgebiete gehört zu den Kernaufgaben des Stadtsanktgaller Naturschutzvereins. Dazu zählt auch das Heuen im Herbst wie hier im Oberen Gädmen. (Bild: pd)

«Der Druck auf die Schutzgebiete nimmt laufend zu», berichtete Präsident Robert Schmid an der diesjährigen Hauptversammlung am vergangenen Freitag. Rund 120 Vereinsmitglieder verfolgten seine Ausführungen im KV-Zentrum auf der Kreuzbleiche. Sie erfuhren dabei von einer ganzen Liste von Themen, mit denen sich der Naturschutzverein Stadt St. Gallen und Umgebung (NVS) 2013 beschäftigte. Dazu gehörte beispielsweise, dass sich der Vorstand erfolgreich dagegen wehrte, dass das Breitfeld fürs Tote-Hosen-Konzert als Parkplatz genutzt wurde. Ein Thema war das, weil der Stadtrat seinerzeit vor dem Stadionbau ausdrücklich versprochen hatte, das Breitfeld bei Anlässen in der AFG Arena von der Blechlawine zu verschonen.

Gewicht dank vielen Mitgliedern

Robert Schmid wertete das vergangene Jahr als Erfolg, auch wenn die Rechnung für einmal mit einem Defizit von fast 19 000 Franken schloss: «Wir wollen nicht auf unserem Geld sitzen, aber setzen es mit Bedacht ein.» So habe der Verein unter anderem Anschubfinanzierungen für Projekte geleistet, welche der Natur zugute kämen. Dank eines Legates von 200 000 Franken, das der Verein vor einigen Jahren erhalten habe, könne der NVS sich die Unterstützung solcher Projekte leisten. «Dieses Geld soll nämlich nicht einfach auf der Bank liegen, sondern für die Natur arbeiten», hielt Robert Schmid fest.

Obwohl ein Verein zur Verfolgung seiner Ziele wohl nie genug finanzielle Mittel haben kann, entschieden die Mitglieder am vergangenen Freitag auf Antrag des Vorstandes, den Jahresbeitrag weiterhin bei zehn Franken zu belassen. Dies einerseits, damit sich auch wirklich alle eine Mitgliedschaft leisten können. Dies anderseits aber auch, weil viele Mitglieder – derzeit sind es beim NVS knapp 3000 – politisch grösseres Gewicht bedeuten. Und das sei gerade in einer Zeit wichtig, in der es nötig sei, der Beachtung der Umweltvorschriften immer mehr Nachachtung zu verschaffen. Schmid: «Wir jedenfalls werden unser Augenmerk vermehrt auf die Einhaltung der Vorschriften richten und keine sogenannten Sachzwänge für ihre Verwässerung akzeptieren.»

Verstärkung für den Vorstand

Obwohl nicht traktandiert, stellte der Vorstand an der Hauptversammlung den Antrag, zwei neue Mitglieder in die Vereinsleitung aufzunehmen. Für Thomas Schwager, der bisher auch die Interessen des NVS im Stadtparlament vertrat und nun seinen Rücktritt gab, wurden Pia Hollenstein und Veronika Meyer in den Vorstand gewählt. Pia Hollenstein, die ehemalige grüne Nationalrätin, engagierte sich bereits von 1991 bis 1997 als Vorstandsmitglied für den Naturschutzverein. Sie möchte jetzt erreichen, dass die Stadt sich noch verstärkt um den Naturschutz bemüht. Auch Veronika Meyer will mit ihrem Engagement für die Natur etwas bewegen: Die passionierte Bergsteigerin und Sachbuchautorin, die bereits die höchsten Gipfel aller Kontinente erklommen hat, zeigte sich erfreut darüber, wie aktiv der NVS sich für die Belange der Stadtnatur einsetze. Sie will jetzt im Vorstand auch einen Beitrag dazu leisten.

Pia Hollenstein Neues Vorstandsmitglied des städtischen Naturschutzvereins (Bild: Stefan Feuerstein)

Pia Hollenstein Neues Vorstandsmitglied des städtischen Naturschutzvereins (Bild: Stefan Feuerstein)