Pfähle mutwillig abmontiert

MUOLEN. Zwar sind sie nur provisorisch, die Verkehrsinseln auf der Bahnhofstrasse in Muolen, aber zu reden geben sie seit Wochen. Jetzt musste der Gemeinderat gar Anzeige bei der Polizei erstatten.

Corinne Allenspach
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Bereits mehrmals wurden die Pfähle von Unbekannten abmontiert. (Bild: pd/Gemeinde Muolen)

Bereits mehrmals wurden die Pfähle von Unbekannten abmontiert. (Bild: pd/Gemeinde Muolen)

Sie sollen der Verkehrsberuhigung dienen, aber einigen Muolerinnen und Muolern sind sie ein Dorn im Auge: die provisorischen Verkehrsinseln mit reflektierenden Strassenpfählen entlang der Bahnhofstrasse. Kürzlich musste der Gemeinderat gar zu einer unpopulären Massnahme greifen, wie aus dem Mitteilungsblatt zu erfahren ist. Er erstattete bei der Kantonspolizei Anzeige gegen Unbekannt. Etwas, worauf man eigentlich nicht erpicht sei, wie Gemeindepräsident Bernhard Keller sagt. «Aber hier geht es um die Verkehrssicherheit und ausserdem handelt es sich um ein Offizialdelikt.»

Vor allem negative Reaktionen

Zum wiederholten Male sind die Pfähle laut Gemeinderat mutwillig abmontiert worden. Keller geht allerdings nicht davon aus, dass dies das Werk verärgerter Bürger ist. «Es könnte auch eine Nachtbubenaktion sein», sagt er. Denn an den Kragen ging's den Pfählen jeweils in der Nacht auf Sonntag.

Beim Gemeinderat weiss man, dass die provisorischen Verkehrsinseln, die seit Februar installiert sind, für Unmut in der Bevölkerung sorgen. «Bisher haben wir grösstenteils negative Reaktionen erhalten», räumte Keller an der Bürgerversammlung Ende März ein. Ein Bürger bezeichnete die Massnahmen im vollen «Adler»-Saal als «blöd und unsinnig». Zudem sei es mit den Verengungen viel gefährlicher als ohne.

Auf Ängste von Eltern reagiert

Keller betont, dass er in der Vergangenheit von mehreren Eltern angesprochen worden sei, auf der Bahnhofstrasse werde zu schnell gefahren: «Darauf müssen wir reagieren, nicht, dass es nachher heisst, wir hätten es gewusst und nichts getan.» Nachdem 2014 sämtliche Werkleitungen neu verlegt worden waren, schien dem Rat der Zeitpunkt ideal, verkehrsberuhigende Massnahmen zu testen, bevor 2016 der definitive Deckbelag eingebaut wird. Seit Februar wird gemessen, wie schnell mit Inseln gefahren wird. Nächste Woche werden sie abgebaut, und es werde erneut gemessen. Die Ergebnisse werden an der Bürgerversammlung 2016 präsentiert. Keller beruhigt: «Das letzte Wort, was und ob etwas umgesetzt wird, haben die Bürger.»

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