Pfadi fällt zwischen Stuhl und Bank

RORSCHACH. Das kantonale Amt für Kultur hat das Gesuch der Pfadi Rorschach-Rorschacherberg für einen Beitrag aus dem Lotteriefonds abgelehnt. Der FDP-Politiker Felix Kuster kritisiert die Vergabepraxis. Das Gesuch scheiterte laut Amtsleiterin Katrin Meier aber nicht am Projekt, sondern an der Frage der Zuständigkeit.

Linda Müntener
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Die Pfader vor ihrem umgebauten Pfadiheim Sulzberg. (Bild: zVg)

Die Pfader vor ihrem umgebauten Pfadiheim Sulzberg. (Bild: zVg)

Die Pfadi Rorschach-Rorschacherberg erhält keinen Lotteriefondsbeitrag für den Umbau ihres Pfadiheims. Das Amt für Kultur hat das Gesuch abgelehnt. FDP-Politiker Felix Kuster kritisiert dies (Ausgabe vom 23. Januar). Denn das Pfadiheim erfülle alle Kriterien für einen Beitrag. Entscheidend für die Absage waren aber nicht die Kriterien, sondern die Zuständigkeiten, sagt Katrin Meier, Leiterin des Amtes für Kultur.

An zwei Stellen abgewiesen

«Der Lotteriefonds unterstützt in der Regel keine Bauvorhaben ausserhalb der Kulturförderung oder der Denkmalpflege», sagt Katrin Meier. Zuständig für solche oder ähnliche Projekte der Pfadi sei die IG St. Galler Sportverbände. Deren Vorstand ist als die von der St. Galler Kantonsregierung beauftragte Sport-Toto-Kommission tätig. Zusammen mit den Verantwortlichen der IG-Mitgliedsverbände ist die Sport-Toto-Kommission für die Verwendung von Geldern aus dem kantonalen Sport-Toto-Fonds verantwortlich. Doch auch dort wurde die Pfadi Rorschach-Rorschacherberg abgewiesen. «Nach telefonischer Nachfrage teilte man uns mit, dass wir zwar einen Antrag einreichen können, dieser aber chancenlos sei», sagt Charlène Lanter, Rorschacherberger Gemeinderätin und Präsidentin des Heimvereins. Der kantonale Pfadi-Verband ist zwar Mitglied der IG St. Galler Sportvereine, mit dem Sport-Toto-Fonds werden jedoch Sportanlagen oder Anschaffungen von Sportgeräten unterstützt. Da die Pfadi kein Sportverein ist, fällt sie somit zwischen Stuhl und Bank.

Interne Abklärungen

Katrin Meier räumt ein, dass dies eine unbefriedigende Situation für die Pfadi ist. Das Amt für Kultur habe in der Vergangenheit schon ähnliche Gesuche von anderen Pfadis ablehnen müssen. Damit Bauprojekte von Pfadis oder anderen Jugendorganisationen künftig finanziell unterstütz werden können, laufe derzeit eine interne Abklärung, sagt Meier. Diese hatte der Kantonsrat in seiner Session im Dezember aufgrund eines ähnlichen Falls der Pfadi Wittenbach in Auftrag gegeben. Es soll künftig klar definiert sein, ob Bauprojekte der Pfadi mit Beiträgen aus dem Lotteriefonds oder dem Sport-Toto-Fonds unterstützt werden können. Gestützt auf die Abklärungen der Verwaltung wird die Kantonsregierung darüber entscheiden.

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