Pfadi als Flossbauer

BENKEN. Pneus, Latten, Schläuche, Seile und fertig ist das Floss: Fahrten auf der Linth gehören zu den beliebtesten Attraktionen im «Contura 08». Insgesamt sind 12 000 Pfadi im Wasser.

Sebastian Fässler
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Pfadis beim Start zur Flossfahrt auf der Linth. (Bild: Linth-Zeitung)

Pfadis beim Start zur Flossfahrt auf der Linth. (Bild: Linth-Zeitung)

«An den Ufern des Mexico Rivers, Rivers, Rivers», die beliebte Pfadi-Melodie ist bereits früh morgens am Ufer des Linthkanals zu hören. Aktivitäten am und im Wasser machen einen Grossteil im Programm des Pfadi-Bundeslagers Contura 08 aus. «Im Bula kann jeder zweite Pfadfinder an Wasseraktivitäten teilnehmen», erklärt Renatus «Delphin» Kühne, Rover aus Rieden, zuständig für sämtliche Wasseraktivitäten. Die Flossfahrten auf dem Linthkanal zählen bei den Scouts zu den Favoriten. In den Unterlagern eins und zwei haben sich an die 2000 Pfadi für eine idyllische Fahrt in der Linth angemeldet.

Ateliers ausgebucht

«Wir sind ausgebucht», sagt Kathrin «Sily» Wymann erfreut. Sie ist Hauptverantwortliche für die Flossfahrten auf der Linth und gibt den begeisterten Teilnehmern Instruktionen für den Bau der Flosse. «Wir fertigen sie aus Lastwagenpneus, Holzlatten, Gummischläuchen und Seilen an.» Im Atelierbetrieb vom Mittwoch konnten die Pfadi ihre Knotenkünste zeigen. Das Konstruieren macht den meisten sichtlich Spass. Auch Zusammengehörigkeitsgefühl und die Eigenverantwortung der Pfadi werden gestärkt. Nach dem Flossbau erklärten Leiterin «Sily» und ihr Team den «Flösslern» die optimale Paddeltechnik, die geplanten Manöver wie Slalom oder Pirouette sowie die Schwimmtechnik im Fluss.

Für die Flosstouren auf der Linth gibt es zwei Routen. Eine führt von Ziegelbrücke unterhalb der Stromschnelle bis zum Benkner Giessen, die zweite Route von der Benkner Au bis zur Grynau. Mit 15 Flossen wagten sich gestern 50 Pfadfinder des Unterlagers eins «360 Grad – tour d'innovation» in Benken ins erfrischend kühle Nass. Einige waren mit Badehosen und T-Shirt unterwegs, andere bevorzugten einen Neoprenanzug im 17 Grad kalten Wasser.

Strömung nicht unterschätzen

Weil die Linth bekannt ist für ihre nicht zu unterschätzende Strömung und ihre eher kühlen Temperaturen wird das Thema Sicherheit grossgeschrieben. Nebst mobilen Rettungsschwimmern auf dem Velo und an den Anlegestellen waren gestern pro zwölf Teilnehmer ein Leiter mit einem SLRG-Brevet und drei erprobte Lagerleiter mit einer speziellen Sicherheitsausbildung präsent. Um überhaupt auf der Linth Flossfahrten durchführen zu können, mussten die Bula-Organisatoren Bewilligungen beim kantonalen Schifffahrtsamt St. Gallen, bei der Linthverwaltung, bei mehreren See- und Kantonspolizeien sowie Seerettungsdiensten, bei Sportfischervereinen und bei der St. Galler Fischbrutanstalt einholen.

«Der derzeit eher hohe Wasserstand ist für uns ein Vorteil. Das Ein- und Aussteigen vom Floss ist dadurch viel einfacher», sagt «Sily». Für die Wasseraktivitäten wendet das Bula ein Budget von 36 000 Franken auf. Die Post unterstützt das Bula beim Transport mit Extrafahrten. «Dadurch sparen wir über 30 000 Franken», sagt Rover Kühne.

www.tagblatt.ch/contura

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