PFADFINDERLUFT IN DER GANZEN REGION SCHNUPPERNPFADFINDERLUFT IN DER GANZEN REGION SCHNUPPERN: Kampf um die Kinder

Morgen findet der nationale Pfadi-Schnuppertag statt. Für viele Pfadis ist dieser Tag die Gelegenheit, um neue Mitglieder zu finden. Diese für den Verein zu begeistern, wird jedoch immer schwieriger.

Perrine Woodtli
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Zusammenhalt spielt in der Pfadi eine wichtige Rolle. So auch in der Pfadi Peter und Paul. (Bild: PD)

Zusammenhalt spielt in der Pfadi eine wichtige Rolle. So auch in der Pfadi Peter und Paul. (Bild: PD)

Perrine Woodtli

perrine.woodtli

@tagblatt.ch

Mit über 45500 Mitgliedern ist die Pfadibewegung Schweiz (PBS) die grösste Kinder- und Jugendorganisation der Schweiz. Morgen Samstag organisiert sie den dritten nationalen Pfadi-Schnuppertag. Laut Marc Scheiwiler von der Pfadi Rappenstein in Abtwil ein sehr wichtiger Tag. «Es wird immer schwieriger, neue Mitglieder zu finden. An solchen Anlässen gilt es also, viele neue Kinder und Jugendliche für sich zu gewinnen», sagt Scheiwi-ler. Die Pfadi Rappenstein zählt derzeit rund 50 Mitglieder. Die Zahl sei jedoch rückläufig. «Einige Jugendliche sind nicht mehr so dazu bereit, einem Verein beizutreten. Womöglich rückt wegen der digitalen Medien für einige die Natur in den Hintergrund.»

Als einer der Hauptgründe für die rückläufigen Mitgliederzahlen nennen die Pfadigruppen vor allem das breite Freizeitangebot. Der Fussballverein ist für viele die grösste Konkurrenz. «Wer bereits in einem Sportverein ist, hat keine Zeit für die Pfadi», sagt Cédric De Rinaldis von der Pfadi Helfenberg-Oberberg Gossau. Mit den 100 Mitgliedern sei man dort zufrieden. «Man muss aber um die Kinder kämpfen», sagt De Rinaldis. Wichtig sei deshalb, die Werbetrommel zu rühren. Wie auch andere Pfadis nimmt die Pfadi Gossau jeweils an Anlässen wie am Jahrmarkt teil. «So geht die Pfadi nicht vergessen.»

Pfadi ist in der Schweiz verankert

Dass der Schnuppertag auf nationaler Ebene durchgeführt wird, ist für die Pfadis ein Vorteil. Die PBS unterstützt die lokalen Pfadiabteilungen unter anderem mit dem Druck von Plakaten oder einem Pfadispot, der in den Kinos läuft. «Diese Werbung ist für uns sehr hilfreich», betont Rafael Dätwyler von der Pfadi Jürg Jenatsch in Mörschwil mit 50 Mitgliedern. Vor zehn Jahren seien es deutlich mehr Mitglieder gewesen. Laut Dätwyler sind vor allem viele Kinder in der Pfadi, deren Eltern es bereits waren. Dies sei eventuell ein Grund, warum es in Mörschwil nicht so viele Pfader gibt, spekuliert Dätwyler.

Bei der Pfadi Peter und Paul, die in Wittenbach, Häggenschwil und St. Gallen zu Hause ist, sei man mit den 174 Mitgliedern grundsätzlich zufrieden, sagt Abteilungsleiterin Lavinia Gentsch. «Je älter aber die Kinder sind, desto weniger kann man sie für den Verein motivieren.» Deshalb versuche man, die Kinder bereits im Kindergarten für die Pfadi zu begeistern. «Sind sie einmal dabei, bleiben sie auch.» Wieder mehr Mitglieder verzeichnet dieses Jahr die Pfadi Juvalta in Eggersriet. «34 Mitglieder sind viel für so eine kleine Gemeinde», sagt Leiterin Michaela Künzler. Vor ein paar Jahren hatte die Pfadi noch mit einem Teilnehmerschwund zu kämpfen. «Ich habe das Gefühl, dass die Pfadi in Eggersriet wieder beliebter ist.»

Trotz der oft schwierigen Mitgliedersuche ist man in den Pfadis in der Region überzeugt, dass der Verein immer noch ein wichtiger Bestandteil ist. «Die Pfadi ist nicht unbeliebt. Viele nehmen sich einfach nicht mehr die Zeit dafür», sagt Rafael Dätwyler. «Der Verein ist hier verankert. Es ist eine Lebensschule, die vielen wichtig ist. Die Pfadis werden so bald sicher nicht verschwinden.»

In der ganzen Region kann morgen Samstag geschnuppert werden. Die Pfadi Peter und Paul lädt von 14 bis 16.30 Uhr zum Schnuppernachmittag beim Schulhaus Steig in Wittenbach ein. Die Pfadi Jürg Jenatsch in Mörschwil trifft sich von 14 bis 17 Uhr beim Kirchenplatz. Mitzubringen ist ein Zvieri. Kinder und Jugendlichen aus Gossau, Arnegg, Andwil und Umgebung haben die Möglichkeit, von 14 bis 16 Uhr bei der Pfadi Helfenberg-Oberberg Gossau im Pfadiheim am Buechenwald vorbeizuschauen. In Engelburg trifft sich die Pfadi Ramschwag um 14 Uhr beim Dorfplatz. Der Schnupperanlass endet um 17 Uhr. Mitzunehmen sind Kleider, die dreckig werden dürfen und ein Zvieri. In Abtwil lädt die Pfadi Rappenstein von 14 bis 17 Uhr zum Schnuppern beim Feuerwehrdepot ein. Die Pfadi St. Georg in Gossau und Niederwil geht auf Schatzsuche. Gestartet wird um 14 Uhr beim Hallenbad Rosenau in Gossau. Die Schnupperübung endet um 17 Uhr. Die Pfadi Juvalta in Eggersriet lädt ebenfalls von 14 bis 17 Uhr ins Pfadiheim ein. Bei der Pfadi Trotz Allem Oberberg (PTA) können Interessierte von 14.30 bis 17 Uhr in der Pfadibaracke im Stephanshorn vorbeizuschauen. Die PTA will Kinder mit Behinderung in den normalen Pfadibetrieb integrieren. (woo)

Infos zu den einzelnen Pfadis unter www.pfadi-sgarai.ch