Petition gegen Bahnhofschliessungen

Drei Bahnhöfe zwischen Sevelen und Sargans werden vorübergehend geschlossen – der Unmut in den Gemeinden ist beträchtlich. Sie haben rund 3900 Unterschriften gesammelt.

Markus Wehrli
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Die Gemeindepräsidenten Daniel Gut und Beat Tinner (rechts) überreichen Regierungsrat Benedikt Würth (Mitte) die Petition. (Bild: Urs Bucher)

Die Gemeindepräsidenten Daniel Gut und Beat Tinner (rechts) überreichen Regierungsrat Benedikt Würth (Mitte) die Petition. (Bild: Urs Bucher)

St. Gallen. Eine nur vorübergehende Schliessung der Bahnhöfe in Trübbach, Weite (Wartau) und Räfis-Burgerau? Oder doch der Anfang für das definitive Aus? Gestern überreichte eine Delegation der Gemeinderäte von Buchs und Wartau Regierungsrat Benedikt Würth eine Petition mit rund 3900 Unterschriften. Die Forderung: Auch nach 2013 sollen die Züge an allen Stationen zwischen Buchs und Sargans Halt machen. Und zwar mindestens alle zwei Stunden.

Ausbau Doppelspur hat Vorrang

Hintergrund der Bittschrift ist der beschlossene Ausbau der S-Bahn St. Gallen 2013. Damit wird im Werdenberg der Halbstundentakt zwischen Buchs und Sargans eingeführt.

Auf der heute noch eingleisig geführten Strecke mit starkem Güter- und internationalem Fernverkehr kann die S-Bahn aber nur noch einmal stündlich in Sevelen halten – der Halt an den übrigen Stationen könnte erst nach dem Ausbau auf die Doppelspur ermöglicht werden.

Mit dieser Situation sind die Initianten nicht zufrieden. Mit ihrer Petition wollen sie erreichen, dass auch nach 2013 der Zug an allen Bahnhöfen wenigstens alle zwei Stunden hält. Sie befürchten zudem, dass die zwischenzeitlich stillgelegten Stationen plötzlich eine für immer beschlossene Sache sei. Wohlgemerkt: Der Halbstundentakt zwischen Buchs und Sargans wird seit Ende 2010 mit dem Bus angeboten – ein Angebot, das die Petitionäre nicht ganz zu befriedigen vermag.

Beat Tinner, Gemeindepräsident von Wartau, betonte denn auch die Bedeutung der Bahn für die Bevölkerung. Mit der Streichung der Bahnhöfe verdopple sich die Reisezeit per Bus teilweise. «Damit verliert das innerregionale Angebot des öffentlichen Verkehrs an Attraktivität.»

Gemeinsam mit dem Gemeindepräsidenten von Buchs, Daniel Gut, appellierte er für mehr Beharrlichkeit gegenüber den SBB. Ihre Hoffnung sei, zusammen mit den 3900 Petitionären ernst genommen zu werden. «Der Doppelspurausbau, die Halte des Intercity in Sargans und der Halbstundentakt sind alles wichtige Dinge», sagte Gut. «Aber es geht jetzt darum, für den Erhalt der Bahnhöfe einzustehen.»

Verständnis für Unmut

Regierungsrat und Volkswirtschaftsdepartement-Chef Benedikt Würth hob bei der Petitionsübergabe hervor, dass die Schliessung der Stationen zeitlich begrenzt sei. «Ich kann aber nachvollziehen, dass die Ankündigung Unmut auslöst.» Er versprach, das Anliegen der Petitionäre zusammen mit den SBB rasch zu prüfen.