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Petition für Strassentunnel lanciert

ST.GALLEN. Der Quartierverein Riethüsli macht sich für einen Strassentunnel mit Autobahnanschluss stark. «Das heisst aber nicht, dass wir gegen den Bahntunnel sind», sagt Präsident Hannes Kundert.
Fredi Kurth
Bahn und Autos zerschneiden das Quartier Riethüsli in zwei Teile. (Archivbild: Ralph Ribi)

Bahn und Autos zerschneiden das Quartier Riethüsli in zwei Teile. (Archivbild: Ralph Ribi)

Die Hauptversammlung des Quartiervereins Riethüsli hat einstimmig beschlossen, Petitionsunterschriften für einen Autotunnel einzureichen. Er soll von der Liebegg bis zur Stadtautobahn beim Anschluss Kreuzbleiche und auf einer separaten Busspur bis zum Bahnhof führen. Die Mitglieder haben damit eine Idee des Teufeners Mathias Schreier aufgenommen.

Der ehemalige Autohändler und Nationalratskandidat der Autopartei präsentierte diese Idee als Alternative zur geplanten Durchmesserlinie Appenzell-St. Gallen-Trogen (Ausgabe vom 8. April).

«Das Problem ist die Strasse»

Im Riethüsli scheint nun Aufbruchstimmung zu herrschen. 113 Mitglieder hoben an der HV des Quartiervereins die Hand, um für eine Petition zu stimmen.

«Die Leute haben gemerkt, dass unser Problem nicht die Bahn, sondern der Strassenverkehr ist», sagt Hannes Kundert. Ziel ist es, 2000 Unterschriften im Frühjahr 2011 den Stadtbehörden zu übergeben. Kundert erwartet auch Support aus St. Georgen, das als Schleichweg-Alternative ebenfalls einigen Verkehr aus dem Appenzellerland zu ertragen hat.

Kundert war bereits vor sechs Jahren im Stadtparlament mit einem solchen Tunnelprojekt vorstellig geworden, das aber, wie er sagt, «abgeschmettert» wurde. Der Stadtrat sei damals noch in alter Besetzung tätig gewesen. Ob die jetzige mehr Musikgehör hat, ist offen. Stadtrat Fredy Brunner hat jedenfalls darauf verzichtet, auf die Idee eines Strassentunnels näher einzugehen und sich deutlich für das Bahnprojekt ausgesprochen.

In der Stadt fehle der Platz für den Strassentunnel-Ausgang, es fehle die Finanzierung, und der Vorschlag habe beim Bund kaum eine Chance.

Nach Schreiers Auffassung könnte mit einem Strassentunnel die Bahn durch Busse ersetzt werden. So weit mag Hannes Kundert nicht gehen: Schreiers Idee sei losgelöst von einem Bahntunnel an der Ruckhalde zu betrachten.

Kundert auch für öV

«Es ist klar, dass der öV verbessert werden muss», sagt Kundert. Die Ausgangslage lässt auch vermuten, dass die 90 Millionen Franken der Appenzeller Bahnen für die Durchmesserlinie von Appenzell nach Trogen rascher investiert werden können als die von Schreier errechneten 125 Millionen Franken für den Strassentunnel.

An Argumenten für diese Variante fehlt es Kundert indessen nicht: «Die Appenzeller wollten schon immer einen direkten Anschluss an die Autobahn.» Und im Toggenburg würden Millionen ausgegeben für Strassenumfahrungen. Das solle auch so sein, sagt Kundert, aber das bedeute nicht, dass nicht auch mal ein Stadtquartier und damit die Stadt von einer Umfahrung profitiere.

Vergleiche mit Bütschwil

Die Umfahrung Bazenheid kostete einst 134 Millionen Franken. Bütschwil soll nun eine solche für 200 Millionen Franken erhalten. In der Quartierzeitschrift «Riethüsli», dem «Magazin fürs Nest», wird akribisch verglichen: Bütschwil mit 3359 Einwohnern hat eine durchschnittliche Tagesbelastung von 15 276 Fahrzeugen, Riethüsli mit 4100 Einwohnern eine solche von 13 800.

«Die Petition ist ein Startschuss», sagt Kundert, «wer nichts unternimmt, erhält auch nichts. Heiligkreuz und Wittenbach zum Beispiel haben die Chance auf einen A1-Anschluss verpasst, weil sie sich früher nie gewehrt haben.» Das soll dem Riethüsli nicht passieren.

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