PERSPEKTIVENWECHSEL: Von oben herab

Perspektivenwechsel Er ist gerade mal 20 Jahre jung und führt bereits sein eigenes Unternehmen: Calvin Mattes gehört das einzige Fotostudio in St.Gallen, das professionelle Drohnenfotografie anbietet.

Perrine Woodtli
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Calvin Mattes und seine Drohnen, mit denen er die Vogelperspektive einnimmt. (Bild: Calvin Mattes)

Calvin Mattes und seine Drohnen, mit denen er die Vogelperspektive einnimmt. (Bild: Calvin Mattes)

Drohnen am Himmel sind kein seltener Anblick mehr. Es gibt immer mehr Menschen, die sich die kleinen Fluggeräte zulegen, um privat Luftaufnahmen zu machen. Jemand, der sich beruflich auf professionelle Drohnenfotografie spezialisiert hat, ist Calvin Mattes. Der erst 20-Jährige führt das einzige Foto- und Filmstudio in St.Gallen, das auch Drohnenfotografie anbietet.

Obwohl Drohnen immer bekannter werden, wissen die meisten nur wenig darüber. «Sobald ich mit einer Drohne auftauche, scharen sich die Leute um mich. Ich halte jedes Mal einen Vortrag», sagt Mattes und lacht. Es sei wichtig, mit den Leuten darüber zu sprechen. «Sie sind einerseits sehr interessiert, andererseits aber auch verunsichert. Einmal beschimpfte mich eine Frau, dass ich sie ausspioniere. Dabei filmte ich bloss eine Immobilie.» Viele wüssten einfach nicht, wie sie mit Drohnen umgehen sollen. Daher checkt Mattes bei jedem Drohneneinsatz als erstes die Umgebung ab. Oft gibt er bei einem Einsatz auch der Polizei Bescheid. «Es gibt Leute, die gleich die Polizei anrufen, wenn sie eine Drohne sehen. So wissen die Polizisten, was Sache ist und können das aufklären.»

Eigenes Studio ohne finanzielle Hilfe
Mattes, der sich schon immer selbständig machen wollte, hatte sein Unternehmen «Mattes Films» bereits während seiner Ausbildung zum Fotofachmann aufgebaut. «Ich wollte das machen, solange ich noch jung und voller Energie bin», begründet Mattes. Während seiner Ausbildung arbeitete er parallel an «Mattes Films». «Tagsüber arbeitete ich in meinem Betrieb, den Abend investierte ich in das Unternehmen und nahm bereits Aufträge an. Da blieb nicht immer viel Schlaf übrig», sagt Mattes. Damals arbeitete er noch von zu Hause aus. Seit ein paar Monaten aber empfängt Mattes seine Kunden aus der ganzen Deutschschweiz in seinem selbstfinanzierten Studio an der Feldlistrasse. Da er schon vor einigen Jahren sein Unternehmen vor Augen hatte, wusste der St.Galler immer, wofür er sparte.

Die Aufträge reichen von Tourismuswerbung und Business-Fotoshootings bis hin zu Immobilien-  nd Landschaftsfotografien. Besonders gefragt sind auch Werbe- und Imagefilme für Firmen. Derzeit besitzt Mattes drei Drohnen – alle mit der Hilfe eines Drohnenbauers selbst gebaut. Die Drohnen kommen aber längst nicht bei jedem Auftrag zum Einsatz. «Ich nutze sie da, wo es sinnvoll ist. Mit dem Perspektivenwechsel wirken aber vor allem Filme dynamischer, moderner und interessanter.»

Hobbypiloten, die Visitenkarten verteilen
Dass kleinere Drohnen in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt haben, ist auch Mattes nicht entgangen. «Problematisch ist es, wenn Hobbyfotografen sich als professionelle Fotografen verkaufen und Visitenkarten verteilen», sagt Mattes. «Viele sind aber nicht professionell genug, und Kunden laufen Gefahr, ihr Budget falsch zu investieren.»

Dass sich die Hightechgeräte von Mattes von den Hobbydrohnen unterscheiden, ist auf den ersten Blick ersichtlich. Seine Drohnen sind nicht nur grösser und schwerer, sondern auch vielseitiger einsetzbar. Unter anderem kann Mattes zahlreiche verschiedene Foto- und Filmkameras an seine Drohnen hängen. «Die Geräte sind sehr stabil, auch bei starkem Wind», ergänzt er. Nur bei nassem Wetter verschiebt er den Termin lieber. «Bei Regen oder Schnee leiden die Technik, das Fotoauge und die Qualität.»

www.mattesfilms.com