PERSONENVERKEHR: Stadt will Buszüge kaufen

Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament einen Kredit von 4,52 Millionen Franken für neue sogenannte Buszüge für die Strecke Wittenbach–Abtwil.

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Bietet mehr Passagieren Platz als ein Gelenkautobus oder ein Gelenk-trolleybus: der Buszug. (Bild: Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG)/PD)

Bietet mehr Passagieren Platz als ein Gelenkautobus oder ein Gelenk-trolleybus: der Buszug. (Bild: Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG)/PD)

Die Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen (VBSG) betreiben ab dem Fahrplanwechsel 2018 die Durchmesserlinie Wittenbach–Abtwil. Die VBSG beabsichtigen, die neue Durchmesserlinie, auf der viele Passagiere befördert werden, ab dem Jahr auf elek­trischen Betrieb umzustellen und zwischen Abtwil und Witten- bach Batterie-Doppelgelenk-Trolleybusse einzusetzen. Batterietrolleybusse können während der Fahrt am bestehenden Fahrleitungsnetz geladen werden, um dann zusätzlich Gebiete ohne Fahrleitung bedienen zu können. Gemäss Stadtrat ist geplant, Batterie-Doppelgelenk-Trolleybusse mit einer Kapazität von circa 190 Passagieren zu beschaffen.

Für den Übergang bis zur erweiterten Elektrifizierung der Strecke zwischen den beiden grossen Agglomerationsgemeinden im Osten und Westen der Stadt müssen neue Fahrzeuge mit Dieselmotoren beschafft werden, wie es in der Vorlage des Stadtrates heisst. Das Problem ist: Doppelgelenkbusse mit Dieselmotorantrieb für 190 Fahrgäste sind auf dem Markt nicht erhältlich. Die Stadt will als Alternative dafür insgesamt sechs Autobusse von zwölf Metern Länge und fünf Anhänger von neun Metern Länge beschaffen – sogenannte Buszüge. Solche werden beispielsweise von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) eingesetzt.

Diese Buszüge bieten 179 Fahrgästen Platz. Der Buszug erlaube eine Flexibilisierung des Fahrzeugeinsatzes, heisst es in der Vorlage ans Stadtparlament, das den Kauf der Busse voraussichtlich heute Abend beraten wird. Die Wendigkeit eines Buszuges sei höher als jene eines Gelenkbusses. Der Anhänger folge in der Spur des Zugfahrzeuges. Somit könne der Buszug auch überall eingesetzt werden, wo ein normaler Bus verkehre. Im Vergleich zu einem Autobus könne der Treibstoffverbrauch pro Fahrgast mit einem Buszug heruntergefahren werden. Dank seiner Kapazität könnte der Buszug auch auf allen Doppelgelenktrolleybus-Linien als vollwertiger Ersatz eingesetzt werden.

Bei Sondereinsätzen wie zum Beispiel bei Fussballspielen im Kybunpark oder anderen Grossanlässen im Stadion im Westen der Stadt könnten mit einem Buszug ein Viertel mehr Passagiere befördert werden als mit einem Gelenkautobus, heisst es in der Vorlage des Stadtrates.

Bei Bedarf könne der Anhänger innert zwei Minuten vom Zugfahrzeug abgekoppelt werden, und der Bus könne ohne Anhänger betrieben werden. So stehen gemäss Stadtrat etwa an Sonntagen nachfragegerecht mehr kleinere Fahrzeuge zur Verfügung als unter der Woche.

Ein Elektrobus für die Linie 10

Das Stadtparlament befindet heute Abend über ein zweites ÖV-Geschäft: Der Stadtrat beantragt ihm auch noch einen Kredit über 585000 Franken für die Anschaffung eines Midi-Busses mit Elektroantrieb (Batteriebus) für die Linie 10. Mit dieser Anschaffung wollen die VBSG gemäss Vorlage einen weiteren Schritt Richtung Elektrifizierung der gesamten Flotte gehen.

Beide Verpflichtungskredite gehen zu Lasten der VBSG-Investitionsrechnung. Die Anschaffung der Buszüge untersteht dem fakultativen Referendum. (dwi)