Persönliche Freiheit erhalten

1988 hat Anni Engeli die private Spitex-Organisation Parta gegründet. Damals betreute sie noch weniger als eine Handvoll Menschen. Heute beschäftigt sie über 100 Mitarbeitende.

Claudia Schmid
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Claudia Della Rossa, Betreuerin bei der privaten Spitex-Organisation Parta, bei ihrer Arbeit. (Bild: Michel Canonica)

Claudia Della Rossa, Betreuerin bei der privaten Spitex-Organisation Parta, bei ihrer Arbeit. (Bild: Michel Canonica)

Vor 25 Jahren kehrte Anni Engeli ihrem Bürojob den Rücken, um einen ganz neuen beruflichen Weg zu gehen. Sie machte sich in der Stadt St. Gallen mit einer Einzelfirma selbständig und vermittelte betagten Menschen Reinigungs- und Haushalthilfen. «Es war ein einfaches Ein-Frau-Unternehmen mit wenigen Kundinnen und Kunden. Bald aber kamen immer mehr Anfragen», erzählt die Geschäftsführerin von den Anfängen ihrer Parta. In jener Zeit habe noch niemand von Spitex-Organisationen gesprochen. «Damals wurde der gesamte Bereich über Vereine abgedeckt. Es gab die Pro Senectute und vereinzelt andere Anbieter von Haushalthilfen.»

Konstante Betreuung

Der Kundenkreis von Anni Engeli weitete sich immer mehr aus. Heute betreibt sie Geschäftsstellen in St. Gallen und im Thurgau. In beiden Kantonen sowie in Appenzell Ausserrhoden verfügt die Parta über die Bewilligung zum Anbieten von Spitex-Leistungen. Im Gegensatz zu anderen Organisationen komme man jedoch ganz ohne Subventionen aus.

Die Dienstleistungen reichen von der einfachen Hilfe im Haushalt bis zu langzeitiger, regelmässiger Pflege mit diplomierten Pflegefachfrauen und SRK-Pflegehelferinnen. «Unser Angebot richtet sich an pflege- und betreuungsbedürftige Menschen jeder Altersstufe», erklärt die Geschäftsführerin. Ihr sei es ein grosses Anliegen, dass das Personal bei der täglichen Betreuung möglichst immer das gleiche bleibe. «Das ermöglicht den Aufbau einer persönlichen Beziehung und schafft Vertrauen und Sicherheit.»

Auch für weniger gut Betuchte

Den Namen ihres Unternehmens habe sie bewusst gewählt, sagt Anni Engeli. Parta leite sich aus dem Wort Partnerschaft ab. «Persönliche Freiheit und Eigenständigkeit im eigenen Zuhause sollen weiterhin gewährleistet werden. Kein pflegebedürftiger Mensch soll auf seine Gewohnheiten verzichten oder auf einen anderen Tagesablauf umstellen müssen.» Der Parta sei es zudem wichtig, dass sich auch weniger gut betuchte Menschen das Angebot leisten können.

Rund um die Uhr

Rund 100 Mitarbeiterinnen sind bei den Kundinnen und Kunden zu Hause tätig. Die Büroteams in St. Gallen und Weinfelden koordinieren die Einsätze. Sie sind sowohl für die Mitarbeiterinnen als auch für die Pflegebedürftigen rund um die Uhr erreichbar. Zum Kundenkreis gehören zwischen 60 und 80 Frauen und Männer.

Mittlerweile ist Anni Engeli pensioniert, kümmert sich aber noch immer um die Belange ihres Unternehmens. Zurzeit denke sie darüber nach, die Parta AG in eine Stiftung zu überführen.