Per Autostopp nach Budapest

Pfadfinder? Getarnte Rekruten? Verspätete Open-Airler? Nein. Die beiden jungen Männer, die mit Hut, Rucksack und Militärplane durch die verregnete Altstadt wandern, sind Fotografiestudenten aus Lausanne und Sion – auf dem Weg nach Budapest. St.

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Lucien Caceres und Louis Dasselborne (rechts). (Bild: Janina Gehrig)

Lucien Caceres und Louis Dasselborne (rechts). (Bild: Janina Gehrig)

Pfadfinder? Getarnte Rekruten? Verspätete Open-Airler? Nein. Die beiden jungen Männer, die mit Hut, Rucksack und Militärplane durch die verregnete Altstadt wandern, sind Fotografiestudenten aus Lausanne und Sion – auf dem Weg nach Budapest. St. Gallen sei ihr erster Zwischenhalt, sagen Lucien Caceres und Louis Dasselborne.

«Wir sind vor zwei Stunden mit dem Zug hier angekommen. Heute abend möchten wir noch an den Bodensee.» Wohin genau? Schulterzucken. Möglichst schon über die österreichische Grenze, meinen die 20-Jährigen dann. Und möglichst per Autostopp. «Wir haben keinen Führerausweis, wir sind jung und hübsch und haben wenig Gepäck und wenig Geld dabei. Da wird uns schon jemand mitnehmen», sagen die Westschweizer. Ihr Ziel sei eigentlich das ungarische Rave-Festival Ozora, das bereits vor ein paar Tagen begonnen habe. «Mal sehen, wie weit wir kommen. Möglich ist auch, dass wir in Prag landen», sagt Dasselborne und lacht. Auch wie lange ihre Reise dauere, stehe noch in den Sternen.

«Improvisation!», sagen sie, mal auf Englisch, mal auf Französisch. So sei es eben am lustigsten. Schlafen wollen sie, wo sie gerade hinfallen, irgendwo in der Natur, «like a Hippie». In ihren Rucksäcken tragen sie neben Zelt und Schlafsack auch Kochgeschirr und Kaffeekocher mit. Das reiche aus, um originelle Ferien zu verbringen. Auch wenn's regnet? «Mais oui. We dance and sing in the rain.» (jag)

Täglich tun Menschen Dinge, die Fragen aufwerfen. Aber fragen wir nach? Wir tun's diesen Sommer: Äxgüsi, was machen Sie da?

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