PATINA: Sand und Pflastersteine

Der Stadtrat rät, sich an der Hinterlauben in Geduld zu üben: Das Sandproblem bei der Pflästerung löst sich von selbst.

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Zwischen September 2016 und Mai 2017 wurden die Hinterlauben, die Gasse zwischen Bärenplatz und Neugass-Brunnen, saniert und gepflästert. Letzteres gefiel allerdings nicht allen: Bei der Pflästerung wurde viel loser Sand verwendet, der natürlich prompt in Häuser, Wohnungen und Büros getragen wurde. Andreas Dudli, Rechtsanwalt mit Praxis an der Hinterlauben und FDP-Stadtparlamentarier, erkundigte sich daraufhin in einer Einfachen Anfrage beim Stadtrat, was er denn vom sandigen Problem halte. Und was die Stadt für Anwohner, Ladenbesitzer und Passanten tun könne, die vom Sand geplagt würden.

Jetzt liegen die Antworten zur Hinterlauben-Pflästerung vor. Neben einem Fachvortrag über verschiedene Arten der Pflästerung beruhigt der Stadtrat das Quartier. Das Problem mit dem Sand zwischen den Pflastersteinen erledige sich nämlich von selbst. Der Sand werde sich im Laufe der Zeit verfestigen und eine natürliche Deckschicht bilden. Bis der Belag diese Patina angesetzt habe, brauche es etwas Geduld, schreibt der Stadtrat. Diese lohne sich aber alleweil, wie beispielsweise ein Blick auf den Gallusplatz zeige. Die dortigen Pflastersteine wurden vor ein paar Jahren ebenfalls nicht einbetoniert, sondern in einem losen Sandbett eingebaut.

Ökologisch besser und langfristig auch charmanter

Diese Verlegeart heisst gemäss Stadtrat ungebundene Bauweise. Sie hat gegenüber der gebundenen oder der Mischbauweise ökologische Vorteile (keine Bodenversiegelung), ist aber mit dem Älterwerden auch ästhetisch ansprechender. Die ungebundene Verlegeweise von Pflastersteinen wie an der Hinterlauben hat aber kleine Nachteile. Erstens kommt beim Einbau viel loser Sand zum Einsatz. Zweitens ist es in der ersten Zeit möglich, dass Sand aus den Fugen zwischen den Steinen herausgeschwemmt oder herausgedrückt wird.

Das führt zum einen dazu, dass vorübergehend Sand in einer Gasse liegen kann. Zum anderen bewirkt es, dass der Unterhalt etwas grösser ist als bei einbetonierten Pflastersteinen: Der verloren gegangene Sand muss regelmässig ersetzt werden. In der Hinterlauben geschieht dieses Nachsanden bis zur Bildung der Deckschicht zweimal im Jahr. Und jeder Einsatz kostet gemäss Antwort auf die Einfache Anfrage rund 2000 Franken. (vre)