PASSERELLE: Der Widerstand geht wohl weiter

Die Stadt will die Fussgängerbrücke über die Teufener Strasse 2019 durch einen Übergang mit Lichtsignalen ersetzen. Der Quartierverein Riethüsli berät nun, wie er sich gegen diese Lösung weiter wehren soll.

Luca Ghiselli
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Die Passerelle über die Teufener Strasse scheidet weiterhin die Geister. 2019 soll sie einem Übergang mit Lichtsignal weichen. (Bild: Urs Bucher)

Die Passerelle über die Teufener Strasse scheidet weiterhin die Geister. 2019 soll sie einem Übergang mit Lichtsignal weichen. (Bild: Urs Bucher)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Der Streit um die Passerelle im Riethüsli geht in die nächste Runde. Nachdem am Dienstag im Stadtparlament über den Erhalt der Fussgängerbrücke diskutiert wurde, zeigt sich der Quartierverein Riethüsli mit den Antworten des Stadtrats nicht zufrieden. Dieser will die Fussgängerbrücke nämlich durch einen Übergang mit Lichtsignalanlage ersetzen, sobald die Gleise der Appenzeller Bahnen 2019 wegfallen und die Strasse dann umgestaltet wird.

Dass dieses Vorhaben auch im Parlament Zuspruch fand, stösst dem Quartiervereinspräsidenten Hannes Kundert sauer auf. «Ich bin erschüttert über die Argumentation der linken Parteien», sagt Kundert. Diese hätten die Lichtsignalanlage als verkehrsberuhigende Massnahme bezeichnet. «Man kann doch nicht Schulkinder instrumentalisieren, um den Verkehr zu beruhigen», sagt Kundert. Erfreut ist der Quartiervereinspräsident hingegen über die Haltung der CVP. Sie hat sich für den Erhalt der Passerelle ausgesprochen (siehe Zweittext).

Quartierverein überlegt sich Unterschriftensammlung

Der einzige sichere Übergang bleibe die Passerelle. «Sie bietet sich auch topographisch geradezu an, liegt die Brücke doch zwischen zwei Anhöhen.» Ausserdem hätten sich die Quartierbewohner in einer vom Verein durchgeführten Onlineumfrage deutlich für den Erhalt der Passerelle ausgesprochen. Ob sich das Quartier weiter gegen die Pläne der Stadt wehren soll, ist für Kundert noch nicht klar. Dies auch, weil die vom Quartierverein beim Kanton eingereichte Einsprache noch hängig ist.

«Wir werden bald zusammensitzen und das weitere Vorgehen besprechen», sagt Kundert. Es sei sogar denkbar, dass der Quartierverein, ähnlich wie bei der Sömmerliwiese, aktiv werde und Unterschriften für eine Initiative sammle. Jedoch habe er festgestellt, dass der Erhalt der Passerelle im Quartier weniger Rückhalt geniesse als erhofft. «Die Mehrheit der Bewohner ist zwar dafür. Es scheint aber keine unbedingte Priorität zu haben», sagt Kundert.

«Die Passerelle bringt keinen Mehrwert»

Baudirektorin Maria Pappa ist überzeugt, dass die Variante mit Fussgängerstreifen und Lichtsignal die beste Lösung ist. «Der Vorschlag wurde gemeinsam mit dem Kanton erarbeitet», sagt Pappa. Dieser würde für die Kosten einer neuen Passerelle nicht aufkommen. Und eine solche würde teuer werden: «2019 müsste das Provisorium demontiert und umfassend saniert werden», sagt Pappa. Damit der Übergang barrierefrei gestaltet werden könnte, müsste auf der südlichen Strassenseite ausserdem eine Rampe mit einer Steigung von höchstens sechs Prozent gebaut werden. «Das ist wegen der örtlichen Gegebenheiten kaum machbar und wäre ein Eingriff in die Umgebung», sagt die Baudirektorin. Die Passerelle müsste nämlich demnach über 100 Meter lang werden. Der Entscheid gegen einen Ersatz der Fussgängerbrücke sei nicht nur aus finanziellen Gründen erfolgt. «Es besteht aus unserer Sicht schlicht kein Mehrwert, wenn wir sie erhalten.»

Die Passerelle sei von Anfang an als Übergangslösung konzipiert gewesen. Sie sei überhaupt erst entstanden, weil die Gleise der Appenzeller Bahnen das Überqueren der Strasse erschwerten. «Die Gleise werden aber entfernt», sagt Pappa. Somit habe sich auch die Ausgangslage geändert – der Übergang mit Lichtsignal sei in Zukunft genau so sicher wie alle anderen in der Stadt. Laut Maria Pappa wartet die Stadt nun den Rekursentscheid des Kantons ab.

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