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PARTIZIPATION: Ein Marktplatz für alle

Bevölkerung und Direktbetroffene dürfen beim dritten Anlauf für die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt mitreden. An der Infoveranstaltung vom Freitagabend meldeten sich dafür bereits viele an.
David Gadze
Soll die Rondelle stehen bleiben oder doch abgebrochen werden? Das ist eine der Fragen, die es im partizipativen Prozess für die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt zu klären gilt. Eine andere ist die Zukunft des ständigen Marktes. (Bild: Benjamin Manser)

Soll die Rondelle stehen bleiben oder doch abgebrochen werden? Das ist eine der Fragen, die es im partizipativen Prozess für die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt zu klären gilt. Eine andere ist die Zukunft des ständigen Marktes. (Bild: Benjamin Manser)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Der Marktplatz, das Herz der St. Galler Altstadt, hat der Bauverwaltung in jüngerer Vergangenheit fast zwei Herzinfarkte beschert. Im März 2015 versenkte das Stimmvolk zum zweiten Mal innerhalb von nicht einmal vier Jahren eine Vorlage zur Neugestaltung. Jetzt, etwas mehr als eineinhalb Jahre später, nimmt die Stadt einen neuen Anlauf – und fühlt diesmal zuerst den Puls von Direktbetroffenen, verschiedenen Anspruchsgruppen sowie der Bevölkerung. Am Freitagabend informierte sie im Waaghaus über den partizipativen Prozess, dank dem ein mehrheits­fähiges Projekt auf die Beine gestellt werden soll. Rund 100 Personen waren gekommen, um sich über das weitere Vorgehen zu informieren oder für das «Forum Marktplatz» anzumelden, das am 25. Januar und am 27. April stattfinden wird. Aus allen Anmeldungen wählen die Verantwortlichen maximal 15 Personen aus, welche die Bevölkerung im Forum repräsentieren werden. Die restlichen der 70 bis 80 Plätze besetzen Grundeigentümer sowie Vertreter von Verbänden, Parteien und Organisationen.

Eine möglichst ­breit abgestützte Lösung

Der partizipative Prozess soll aufzeigen, in welchen Fragen bezüglich der Neugestaltung Einigkeit herrscht und wo es Differenzen gibt. Eine Bedingung für die Teilnahme sei denn auch die Bereitschaft, sich mit anderen Meinungen als der eigenen auseinanderzusetzen und zu versuchen, Schnittmengen zu finden, betonte Michael Emmenegger, der den Prozess als Experte begleitet. Dadurch wollen die Verantwortlichen Fronten aufweichen und gemeinsame, möglichst breitabgestützte Lösungen finden. Wo dies nicht möglich sein werde, brauche es einen politischen Entscheid des Stadtrats.

Dass es diverse Punkte mit Konfliktpotenzial gibt, zeigte die Auswertung einer Online-Umfrae unter Anspruchsgruppen wie Parteien, Vereinen und Verbänden sowie Grundeigentümern, welche die Stadt vor kurzem durchgeführt hat (Ausgabe vom 29. November). Die Plazierung der ÖV-Haltestellen und damit verbunden die Zukunft der Calatrava-Halle, Erhalt oder Abbruch der Rondelle, die Frage nach dem Markt und dessen Infrastruktur oder die Nutzung des Taubenlochs und des Waaghauses dürften viel zu reden geben. Auch die Stellungnahmen der Besucherinnen und Besucher zeigten am Freitagabend, dass es ganz unterschiedliche Vorstellungen dar­über gibt, welche Funktionen Marktplatz und Bohl erfüllen müssen oder eben nicht. Die ­einen kaufen dort ein, für die anderen ist es ein Begegnungsort.

Dass die Stadt so kurz nach dem zweiten Nein des Stimmvolks einen neuen Versuch für die Neugestaltung wagt, habe zwei Gründe, sagte Stadträtin Patrizia Adam. Zum einen könne man mit der Sanierung der Oberflächen nicht mehr allzu lange warten, «und nur das zu erledigen würde nicht allzu viel Sinn machen». Zum anderen wäre es schade, jetzt wo auch die Gassen der mittleren und nördlichen Altstadt neu gestaltet werden, nicht auch das Stadtzentrum in Angriff zu nehmen, so die Baudirektorin.

Weiterhin Korridor für den öffentlichen Verkehr

Die Neugestaltung von Marktplatz und Bohl sei auch darum wichtig, weil mittelfristig sowohl die Zahl der ÖV-Fahrten steigen als auch die Länge der Fahrzeuge zunehmen würden, hielt Stadtingenieur Beat Rietmann fest. Eine von zwei Bedingungen – nebst der unumgänglichen Sanierung der Beläge – ist die Optimierung des Korridors zwischen Brühltor und Schibenertor für den öffentlichen Verkehr. Für die restlichen Elemente gibt es keine Vorgaben. Je nachdem, welche Empfehlungen nach den beiden Forumsrunden dem Stadtrat gemacht werden, entscheidet dieser, ob das zuletzt abgelehnte Projekt überarbeitet oder ein neuer Wett­bewerb für die Neugestaltung ausgeschrieben wird.

Ergebnisse Online-Umfrage und Anmeldung für «Forum Marktplatz» (bis 12. Dezember) unter www.stadt.sg.ch.

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