Parteien loben Geothermie-Entscheid

Die städtischen Parteien reagieren positiv auf den Beschluss des Stadtrats, das Geothermieprojekt weiterzuführen. Sie attestieren ihm ein «respektables Stehvermögen». Pionierprojekte seien zudem immer mit Risiken verbunden.

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Der Entscheid des Stadtrats, das Geothermieprojekt vorerst fortzusetzen, wird von den Parteien in ungewohnter Einigkeit begrüsst. Trotz des bestehenden Restrisikos sei das Vorhaben zu wichtig, um es aufzugeben, so der Tenor.

Transparenz wird begrüsst

So schreiben die Umweltfreisinnigen St. Gallen (UFS) in einer Mitteilung von einem «klugen und verantwortungsbewussten Entscheid». Sie seien überzeugt, dass seit dem Erdbeben alles Notwendige unternommen worden sei, um die Risiken der Weiterführung in verantwortbaren Grenzen zu halten. «Dass der Stadtrat dabei auch klar offenlegt, dass ein weiteres Erdbeben nicht ausgeschlossen werden kann, dient der Transparenz und wird von den UFS ausdrücklich begrüsst.» Die Geothermie sei in St. Gallen aber «noch nicht definitiv am erfolgreichen Ende angelangt».

Wie die Jungfreisinnigen der Region St. Gallen-Gossau schreiben, wäre alles andere als eine Weiterführung des Projekts «eine herbe Enttäuschung» gewesen. Der Entscheid des Stadtrats, das Projekt trotz Gegenwind nicht aufzugeben, zeuge von einem «respektablen Stehvermögen». Dass er trotz der immer noch bestehenden Restwahrscheinlichkeit für ein weiteres Beben Verantwortung für die Fortführung des Projekts übernehme, spreche für seinen «nicht zu unterschätzenden politischen Mut». Ohne Pionierprojekte, die immer auch mit Rückschlägen verbunden seien, sei ein solches Zukunftsvorhaben nicht möglich. «Im Sinne einer langfristig gedachten Energiestrategie dürfen deshalb Projekte wie die Geothermiebohrung nicht politischen Tageslaunen ausgesetzt werden.» Die Beharrlichkeit des Stadtrats stelle einen «Lichtblick in der ansonsten chaotischen Schweizer Energiepolitik» dar.

Auch die Grünliberalen schreiben, sie unterstützten das Projekt in Kenntnis der verursachten Erschütterungen. «Gerade bei innovativen Vorhaben wie dem St. Galler Geothermieprojekt gilt es Risiken und Chancen gut abzuwägen», heisst es im Communiqué. Dabei sei zu berücksichtigen, dass auch die Energiegewinnung durch Staudämme oder Atomkraftwerke Risiken für die Umwelt und die Bevölkerung beinhalten würden.

«Neue Energien bergen Risiken»

Die städtische SVP schliesslich bezeichnet in ihrer Mitteilung die Geothermie als «Schlüsseltechnologie». Es stehe zwar keineswegs fest, dass der Ausstieg aus der Atomenergie mit ihr gelingen könne. Ohne sie werde er aber scheitern. Jede Erschliessung neuer Energiequellen berge Risiken. Bei der Geothermie handle es sich um eine «nachhaltige Energie, deren Nutzung ohne Schädigung der Umwelt erfolgt». (pd/dag)