Parkplätze: Neuer Platz nur mit Ersatz

Die SP sammelt Unterschriften für eine Initiative zur autofreien Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt, also ohne neue Tiefgarage. Die städtische Baudirektion wiederum hat den Auftrag, für eine neue Marktplatz-Vorlage ohne Parkgarage Ersatzparkplätze zu suchen.

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Die SP sammelt Unterschriften für eine Initiative zur autofreien Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt, also ohne neue Tiefgarage. Die städtische Baudirektion wiederum hat den Auftrag, für eine neue Marktplatz-Vorlage ohne Parkgarage Ersatzparkplätze zu suchen. Gestern hat sich der Vorstand von Pro Stadt mit einer Mitteilung in diese Diskussion eingeschaltet.

Erstaunt und verärgert

«Mit Erstaunen und grosser Verärgerung» hat die Arbeitsgemeinschaft des innerstädtischen Gewerbes Kenntnis von der Idee genommen, den Marktplatz ohne Ersatzparkplätze umgestalten zu wollen. Ihrer Ansicht nach wäre der Stadtrat schlecht beraten, eine Vorlage ohne Parkgarage oder Ersatzparkplätze vorzulegen. Der Widerstand der Geschäfte dagegen wäre programmiert.

Es sei existenziell, dass die Innenstadt für auswärtige Kunden gut erreichbar bleibe, schreibt Pro Stadt. Parkplätze «in Randzonen» seien kein Ersatz für den Wegfall solcher auf dem Marktplatz. Rorschach mache es vor: Dort entstünden in den nächsten Jahren 450 neue Tiefgaragenplätze im Zentrum.

Vollumfänglich kompensieren

Für Pro Stadt sei klar, «dass es so nicht geht». Der Parkplatzkonsens habe vorgesehen, die durch die Neugestaltung auf dem Marktplatz wegfallenden Parkplätze zu kompensieren. Davon sei jetzt nicht mehr die Rede. Die Wirtschaft fühle sich verschaukelt. Die städtischen Wirtschaftsverbände, Gewerbe St. Gallen, Pro Stadt und die Vertreter der Gassengesellschaften könnten sich sehr wohl einen autofreien Marktplatz vorstellen. Eine Lösung ohne Parkplatz-Ersatz komme für sie aber nicht in Frage. Das habe man «schon früher signalisiert».

Parkgarage trotzdem bauen?

Für Pro Stadt darf der Stadtrat «nicht einseitig auf die linken Begehren eingehen». Er müsse «berechtigte Interessen der Innenstadtgeschäfte» in die Überlegungen einbeziehen würde». Für Pro-Stadt-Präsident Josef Huber wäre es gemäss Mitteilung «sinnvoll, die private, fertig projektierte und im Prinzip auch bewilligte Parkgarage Schibenertor mit allfällig nötigen Anpassungen jetzt zu realisieren». Damit, so schreibt Pro Stadt, könne die ganze Marktplatz-Debatte «um ein zentrales Element entlastet werden»: Nach dem Entscheid für die Parkgarage könne sich die Planung nämlich ganz auf die Gestaltung des Platzes und auf optimale ÖV-Lösungen konzentrieren. (pd/vre)