Parkhäuser bauen, Gäste anziehen

Vor der Autobahneröffnung Ende Juni 1987 wurde von den Stadtbehörden versprochen, dass ein Splügen-Parkhaus erstellt würde. Es sind bald 26 Jahre vergangen. Und nun muss der Bürger vernehmen, dass in der blauen Zone nur noch eine Stunde parkiert werden kann.

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Vor der Autobahneröffnung Ende Juni 1987 wurde von den Stadtbehörden versprochen, dass ein Splügen-Parkhaus erstellt würde. Es sind bald 26 Jahre vergangen. Und nun muss der Bürger vernehmen, dass in der blauen Zone nur noch eine Stunde parkiert werden kann. Mit aller Gewalt vertreibt man die Einkaufswilligen. Die Bürgerunfreundlichkeit nimmt damit zu sehr überhand.

An die Stadt- und Kantonsbehörden geht daher die Frage, wieso nach dem Abbruch des ehemaligen Krämer-Areals an der Splügenstrasse in aller Eile auf die Olma 2012 hin ein Parkplatz erstellt wurde und nicht ein Parkhaus. Letzteres würde bestimmt gerne von allen Benutzern mit Geld «gefüttert». Und die Stadt hätte an jenem Standort bestimmt einen beachtlichen Ertrag. Die Überbauung mit dem exotischen Namen «Long Ville» am Anfang der Langgasse steht auf dem Areal des vor 26 Jahren versprochenen Parkhauses. Auch das wäre ein idealer, rentabler Standort gewesen. Je länger, je mehr auch wegen der Besucherinnen und Besucher der Universität.

Die Bürgerunfreundlichkeit geht nun so weit, dass es weder einen öffentlichen Parkplatz unter freiem Himmel noch ein Parkhaus an guter Lage zum Messegelände gibt. Stellen sich die Behörden und Organisationen vor, die Bürger kämen per Velo nach St. Gallen zum Messebesuch oder zum Einkaufen? Ich erinnere an die prekären Parkplatzverhältnisse vor, während und einige Zeit nach der Olma, aber auch während Weekend-Messen im Olma-Gelände unter dem Jahr.

Das Blutspendezentrum an der Rorschacher Strasse in St. Fiden ist sicher eine sehr wichtige Angelegenheit. Hatte aber nicht gerade dort, auf dem Parkplatz neben dem Restaurant Hirschen, ein Parkhaus errichtet werden sollen? Die Ein- und Ausfahrt der Autobahn sowie die Bushaltestelle liegen dafür ideal.

Im Neudorf, wo neben der katholischen Kirche das neue Naturmuseum gebaut wird, wäre auch ein guter Platz für ein Parkhaus gewesen. Hier wie in St. Fiden läge die Bushaltestelle direkt vor der Türe. Das hätte auch stark zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt beigetragen. Und auch hier wären sicher beachtliche Parkiergebühren in die Stadtkasse geflossen.

Was überlegen sich wohl Behörden und Politik, wie St. Gallen künftig Besucher anziehen soll? Jetzt werden zusätzlich die weissen Parkfelder überall in die blaue Zone integriert! Was soll das? Das entfremdet doch nur unsere Gäste, so dass sie künftig die Stadt links liegenlassen.

Elisabeth Zuber

Böcklinstrasse 55, 9000 St. Gallen