PARK: Zurück in die Eiszeit

Der Park zwischen Naturmuseum und Kirche St. Maria Neudorf ist eine Baustelle. Doch wo heute Kies liegt, soll bald Gras wachsen. Ab Dezember ist der Park zugänglich.

Christoph Renn
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Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner erklärt, welche Rolle die riesigen Betonplatten im neuen Park spielen. (Bild: Ralph Ribi)

Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner erklärt, welche Rolle die riesigen Betonplatten im neuen Park spielen. (Bild: Ralph Ribi)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Der Museumspark nimmt langsam Gestalt an. Mit Baggern werden grosse Steine auf den Platz gehievt. Gärtner verteilen Kies und Erde. Andere meisseln Zitate von berühmten Persönlichkeiten in riesige Betonplatten oder lassen nachgebildete Fossilien aus der Eiszeit in sie ein. Bei den Greif- und Singvogelgehegen ragen Pfeiler aus der Erde. Nur Pflanzen und Bäume gibt es in dem Park zwischen Kirche und Naturmuseum noch keine. «Bäume pflanzen wir im November», sagt Stadtbaumeister Hansueli Rechsteiner. Ab Dezember können die Besucher den öffentlichen Park besuchen.

Eigentlich hätte der Park zusammen mit dem Museum eröffnet werden sollen. Doch Verschärfungen der Auflagen – weil der Park direkt über dem Tunnel der Stadtautobahn liegt – führten zu Verzögerungen. Und die speziellen Rahmenbedingungen stellen die Planer vor eine logistische Herausforderung. «Wir dürfen nur mit kleinen Baggern auf das Gelände fahren und müssen den Park deshalb etappenweise realisieren», sagt Helena Fehr, Projektleiterin beim städtischen Hochbauamt. Auch hohe Bäume mit tiefen Wurzeln dürfen hier nicht wachsen und grössere Grabungsarbeiten kommen ebenso wenig in Frage wie der ursprünglich geplante Ententeich.

Kein Ersatz für gefällte Pappeln

Bis Dezember sollen trotz aller Auflagen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. «Wir liegen im Zeitplan», versichert Helena Fehr. Und auch mit den Kosten liege man im Rahmen und werde den Baukredit nicht überschreiten. Insgesamt sind für den Park und die übrigen Umgebungsarbeiten rund um das neue Naturmuseum 3,2 Millionen Franken veranschlagt.

Nicht im Budget ist ein Ersatz für die Pappeln, die zum Erstaunen der Anwohner gefällt wurden. Dies hat jedoch keine finanziellen, sondern planerische Gründe. Sie haben schlicht keinen Platz. «Ich habe Kontakt mit den Anwohnern aufgenommen und ihnen die Sachlage erklärt», sagt Helena Fehr. Aber auch ohne Pappeln werden Bäume eine wichtige Rolle im neuen Park spielen. «Wir pflanzen Eichen, Stechpalmen und Buchen», sagt Rechsteiner. Keine Bäume wird es jedoch direkt vor der Kirche geben. Der Blick auf das Gotteshaus dürfe nicht versperrt werden. «Dort sind verschiedene Wiesenflächen, von der Magerwiese bis zur Feuchtwiese, geplant», sagt Rechsteiner. Mit einem grossen Brunnen soll dort ein spiritueller Ort geschaffen werden.

Ein sinnlicher Ort, kein didaktischer

Im gesamten Park sind auf den Betonplatten Hinweise auf vergangene Zeiten und ausgestorbene Tiere verteilt. Sie sollen die kleinen und grossen Besucher dazu verleiten, auf Entdeckungsreise zu gehen. Auf eine Entdeckungsreise ohne dazugehörige Informationen. «Der neue Park ist ein sinnlicher Ort und bietet keinen Platz für didaktische Elemente», sagt Rechsteiner. Er solle die Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken anregen.