Park-and-Ride in der Lustmühle

Ein neues Parkhaus zwischen dem Riethüsli und der Lustmühle statt in der Innenstadt: Mit diesem Vorschlag wollen die Grünliberalen die Stadt St. Gallen vom Verkehr aus dem Appenzellerland entlasten.

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Die Grünliberalen der Stadt St. Gallen schlagen vor, im Gebiet zwischen dem Riethüsli und der Lustmühle den Bau einer Park-and-Ride-Anlage zu prüfen. Dafür soll auf den Bau des neuen Zubringers von der Liebegg zur Autobahn – der sogenannten Teilspange – und neuer Parkhäuser in der Innenstadt verzichtet werden. Denn die Verkehrserhebungen im Rahmen der Projektierung der Teilspange hätten gezeigt, dass deutlich mehr Personen aus dem Appenzellerland in die St. Galler Innenstadt fahren als auf die Autobahn. Somit könnte mit einer günstigen Massnahme eine deutlich grössere Verkehrsentlastung für die Innenstadt erreicht werden als mit einem Tunnel zur Liebegg.

Teilspange löst Problem nicht

Wie die Grünliberalen im Communiqué weiter schreiben, erwarten die Planer im Jahr 2030 während der Abendspitze rund 2500 Autofahrten pro Stunde auf der Teufener Strasse und nur deren 700 im geplanten Tunnel. «Auch mit der Teilspange hätte die Teufener Strasse im Jahr 2030 gleich viel Verkehr wie heute, dem Quartier hilft die Teilspange also keineswegs.» Daher seien andere und vor allem günstigere und wirkungsvollere Lösungen gefragt. Das Ziel müsse eine Entlastung der innerstädtischen Strassen sein, damit die Wohnqualität steige.

Die Grünliberalen wollen einen Umstieg auf den öffentlichen Verkehr am Stadtrand erreichen. Personen, die an peripheren Lagen im Appenzellerland wohnen, würden ihren Arbeitsweg heute grösstenteils mit dem Auto zurücklegen, schreiben sie in der Mitteilung. Bereits jetzt gebe es solche, die Parkplätze an der Stadtgrenze mieten und das letzte Wegstück mit dem öffentlichen Verkehr zurücklegen. Dieses Phänomen könne beispielsweise beim Parkplatz an der Haltestelle Schwarzer Bären oder auch in Gossau, wo Pendler in Richtung Zürich auf den Zug umsteigen, beobachtet werden. Deshalb wollen die Grünliberalen eine solche Lösung auch für die Verkehrsachse von Teufen in die Stadt suchen.

Ohne Umsteigen in die Stadt

Mit dem Bau der Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen und einer allfälligen Verlängerung der VBSG-Linie 5 vom Riethüsli zur Lustmühle könnte ein Parkhaus in jenem Gebiet ideal angebunden werden, schreiben die Grünliberalen. Das im Parkticket eingeschlossene ÖV-Billett würde nach Eröffnung der Durchmesserlinie eine umsteigefreie Fahrt bis in die Innenstadt ermöglichen. Eine Auswertung zeige, dass die gesamte Innenstadt und damit auch sehr viele Arbeitsplätze, Einkaufsgeschäfte, die Universität und kulturelle Einrichtungen wie das Stadttheater in einem Umkreis von nur 300 Meter um die von den Appenzeller Bahnen und den VBSG bedienten Haltestellen liegen. Diese Distanz gelte allgemein als gute Erschliessung.

Eine Park-and-Ride-Anlage wäre gemäss den Grünliberalen auch die bessere Lösung, als am Unteren Graben und beim Schibenertor Hunderte zusätzliche Parkplätze zu bauen. «Diese riesigen Parkhäuser generieren zweifelsohne zusätzlichen Verkehr, anders können die insgesamt 1000 Parkplätze gar nicht gefüllt werden.»

Gegen den Volkswillen

Dieser Mehrverkehr sei jedoch von der Stadtbevölkerung «keineswegs gewünscht». Diese habe vor wenigen Jahren das Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung angenommen und damit zum Ausdruck gebracht, dass der zusätzliche Verkehr mittels öffentlichem und dem Langsamverkehr aufgefangen werden soll. Mit dem Bau neuer Parkplätze in der Innenstadt werde der Volkswille übergangen. Die vorgeschlagene Park-and-Ride-Lösung dagegen sei «eine Idee im Sinne dieses Reglementes» und berücksichtige die bereits beschlossenen Ausbauten der Appenzeller Bahnen. (dag)