Papiermühle wiederbeleben

Die ehemalige Papiermühle an der Kräzernstrasse wird saniert und bis Ende Jahr zu einem Quartierzentrum umgebaut. Auch der Meitli-Treff Winkeln könnte dort einziehen.

Marlen Hämmerli
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In der ehemaligen Papiermühle an der Kräzernstrasse soll ein neues Quartierzentrum entstehen. (Bild: Urs Bucher)

In der ehemaligen Papiermühle an der Kräzernstrasse soll ein neues Quartierzentrum entstehen. (Bild: Urs Bucher)

Wer die Kräzernstrasse nach Winkeln hinauffährt, begegnet mehreren Baustellen. Die markanteste ist wohl jene bei der ehemaligen Papiermühle, wie sie in die Strasse hineinragt. Mancher Passant wird sich fragen, was hinter ihrer eingerüsteten Fassade vor sich geht. Eine Bautafel neben dem Gebäude gibt teilweise Aufschluss. Nicht Wohnungen, sondern Ateliers und Büros werden vermietet. Aus der Papiermühle wird bis Ende Jahr ein Quartierzentrum.

Ruhige Mieter willkommen

Die Totalsanierung der 411jährigen Papiermühle war dringend nötig, wie der Kreditvorlage an das Parlament zu entnehmen ist. Die Renovation erfolgt nun mit Konzentration darauf, die schützenswerte Substanz zu erhalten. In den ersten zwei Etagen entstehen Räume für Kreative und für das Kleingewerbe. Wobei die Fläche im zweiten Stock frei einteilbar ist. Seit kurzem würden die Räume vermietet, sagt Serafina De Stefano, Leiterin des Liegenschaftenamtes. Man sei offen für alles und wolle nichts von Anfang an ausschliessen. «Doch von der Struktur her werden wohl eher Gewerbebetriebe einziehen.»

Weil die Papiermühle unter Denkmalschutz steht, erfolgen sämtliche Innenausbauten in Koordination mit der städtischen Denkmalpflege. Yvonne Frischknecht, Verwalterin der Papiermühle, schreibt dazu: «Aufgrund der schützenswerten Substanz müssen wir Einschränkungen bezüglich des Schallschutzes in Kauf nehmen. Die Vermietung an ruhige Interessenten liegt daher auf der Hand.»

Das Quartier beleben

Der Dachstock kann ebenfalls gemietet werden. Er bleibe als offener Raum erhalten und sei für die Benützung von maximal 20 Personen vorgesehen, so Frischknecht. Gemäss Serafina De Stefano sind noch keine Mietverträge unterschrieben. Das Liegenschaftenamt befinde sich zurzeit mit verschiedenen Interessenten in Verhandlungen.

Im Erdgeschoss entsteht gemäss den Projektierungsunterlagen ein Saal zur öffentlichen Nutzung. Dieser soll zur Belebung des Quartiers beitragen. Pläne für eine mögliche Verwendung des Saals hat Ramon Gubelmann, Präsident des Quartiervereins Winkeln, jedoch noch nicht. Auch liegen ihm keine Informationen zu möglichen Nutzungen durch Dritte vor.

Angedacht wurde auch, dass das Jugendsekretariat Räume im neuen Quartierzentrum erhält. «Wenn der Meitli-Treff Winkeln in einen Teil des Hauses einziehen würde, wäre dies von grossem Nutzen für das Quartier», sagt De Stefano. «Wir befinden uns im Gespräch mit dem Jugendsekretariat. Dieses ist sehr interessiert.»

Umbau ist Ende Jahr fertig

Ende Jahr wird der Umbau nach rund einjähriger Bauzeit abgeschlossen sein, erklärt Stadtbaumeister Erol Doguoglu. «Der Rohbau ist bald beendet. Bevor mit dem Innenausbau begonnen werden kann, müssen der Lift betoniert und die Decken neu abgefangen werden.» Man befinde sich im Zeitplan.

Im Juni 2012 hatte das Stadtparlament den Baukredit von 3,95 Millionen Franken genehmigt. Nachdem die Baubewilligungskommission ebenfalls grünes Licht gegeben hatte, wurde der Baustart auf August 2013 festgelegt. Er erfolgte aber erst im vergangenen Oktober. «Der Baukredit wurde auf Grundlage des noch sehr groben Vorprojektes beschlossen. Vor dem Baustart mussten noch das Bauprojekt erstellt und die Kosten berechnet werden», sagt Doguoglu. Deshalb sei die Verzögerung zwischen dem Kreditentscheid und der Ausführung länger ausgefallen als üblich.

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