Papa soll länger zu Hause bleiben

Die Diskussion über zwei Wochen Vaterschaftsurlaub bewegt das Parlament. Die Nationalratskommission befürwortet die Idee, auch die Passanten sind sich einig. Nun liegt es an der Ständeratskommission.

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Bild: Text/Bilder: S. Sonderegger

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Mein Mann hat nach der Geburt unseres Kindes zwei Wochen Ferien genommen. Ich unterstütze es, dass die Väter bezahlten Urlaub bekommen. Es ist wichtig – sowohl für die Frau, das Kind als auch den Vater. Ich denke, zwei Wochen wären für den Anfang eine gute Lösung. Eine andere Idee wäre es vielleicht, dass man den Urlaub zwischen Mutter und Vater aufteilen kann.

Ursprünglich komme ich aus Portugal. Dort bekommt man wesentlich mehr Elternschaftsurlaub und kann diesen zwischen Mutter und Vater aufteilen. Da ich seit drei Jahren in Rorschach lebe, habe ich unsere Tochter hier zur Welt gebracht. Mein Mann hatte dazu vier Tage frei genommen. Ich denke, dass nur schon zwei Wochen bezahlter Vaterschaftsurlaub gut wären. Ich halte es für wichtig, dass der Vater ausreichend Zeit bekommt mit dem Kind. Schliesslich ist diese Phase der Kindheit einmalig. Schaut man sich Nachbarländer wie Österreich und Deutschland an, bekommen die Männer in der Schweiz wirklich viel zu wenig Vaterschaftsurlaub.

Wir wären froh gewesen, hätte mein Mann 14 Tage statt 1 Tag bezahlten Vaterschaftsurlaub bekommen. Beim ersten Kind ist er direkt nach dem freien Tag wieder arbeiten gegangen, beim zweiten hat er eine Woche Ferien genommen. 14 Tage wären nicht schlecht, besonders wenn ich an ein drittes Kind denke.

Ich habe nach der Geburt meines Sohnes von meinem Arbeitgeber zwei Tage frei bekommen. Ich denke, es ist auch eine Frage der Wirtschaftslage, zwei oder mehr Wochen Vaterschaftsurlaub geben zu können. Zudem kommt es bei der Länge des Urlaubs auch darauf an, ob es das erste, das zweite oder das dritte Kind ist. Denn dann ist auch der Aufwand grösser. Deshalb finde ich die Idee von mehr Vaterschaftsurlaub gut, würde aber nicht dafür auf die Strasse gehen, um zu demonstrieren. Ich unterstütze es im stillen Kämmerlein, und wenn es dann soweit ist, auch an der Urne.

Ich kenne das aus Deutschland so, dass man den Elternschaftsurlaub zwischen Mutter und Vater aufteilen kann. Da wir seit 2007 in der Schweiz leben, hat mein Mann nach der Geburt unsres Kindes im letzten Sommer einen Tag bezahlten Urlaub bekommen und dann noch Ferien genommen. So hatten wir drei Wochen miteinander. Klar höre ich von deutschen Freunden oft, dass sie viel längeren Urlaub bekommen. Einen Grund zurückzugehen, war das für uns aber nie. Hier passt man sich den Gegebenheiten an, die Schweiz hat ja auch viel Gutes zu bieten, was Kinder betrifft. 14 Tage Vaterschaftsurlaub fände ich zwar nicht ganz ausreichend, dennoch wäre das besser als der eine Tag, der ihnen zurzeit zusteht.

Ich komme aus Deutschland, dort bekommen die Männer zwei Monate Vaterschaftsurlaub – nicht wie hier nur einen Tag. Hier bist du als Mutter ganz allein, was sehr schade ist. Meiner Meinung nach wäre es gerade in der ersten Zeit wichtig, dass der Vater etwas von seinem Kind mitbekommt. Deshalb unterstütze ich die Idee, dass Väter zwei Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub bekommen.

Mein Mann und ich kommen aus Berlin, unsere Kinder sind aber beide in der Schweiz geboren. Ich finde es eine schöne Idee, dass nicht nur die Mutter, sondern auch der Vater in Zukunft länger zu Hause bleiben könnte. Mein Mann hat nach der Geburt der Kinder nur drei Tage Urlaub bekommen. Wenn man das mit Deutschland vergleicht, ist das viel zu wenig. Besser fänden wir aber, wenn man als Mutter länger zu Hause bleiben könnte. Dass man sagt: «Gut, die Mutter bleibt ein Jahr zu Hause, und kümmert sich um das Kind.» Schliesslich ist es in dieser Zeit wichtig, für das Kind da zu sein. Dann wäre für mich einen Tag Vaterschaftsurlaub auch in Ordnung. Ich selber konnte sieben Monate zu Hause bleiben, weil ich noch Überstunden hatte.

Da ich beim Kanton angestellt bin, habe ich fünf Tage Vaterschaftsurlaub bekommen. Die musste ich dann innerhalb von vier Monaten einlösen. Ich habe damals den Fehler gemacht, dass ich die fünf Tage direkt genommen habe, als meine Frau mit dem Kind aus dem Spital nach Hause gekommen ist. Da in der Zeit die Hebamme noch mitgeholfen hat, würde ich die Tage zum jetzigen Zeitpunkt anders einteilen. Im grossen und ganzen war ich aber nicht unzufrieden mit der Anzahl Tage. Einen Tag finde ich aber auch zu wenig.

Bild: Text/Bilder: S. Sonderegger

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