Paket für Kornhaus und Hafen

RORSCHACH. Kornhaus, Hafenplatz und Hafengebäude erneuern: Das scheiterte mehrmals. Eine Arbeitsgruppe empfiehlt nun dem Stadtrat wieder ein Gesamtkonzept. Neu soll aber zuerst die Nutzung gesichert und erst danach baulich geplant werden.

Fritz Bichsel
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Attraktiv wie nachts sollen der Hafenplatz auch am Tag und das Kornhaus auch innen werden – beide mit Gastronomie in einem Restaurant oder Bistro. (Bild: Fritz Bichsel)

Attraktiv wie nachts sollen der Hafenplatz auch am Tag und das Kornhaus auch innen werden – beide mit Gastronomie in einem Restaurant oder Bistro. (Bild: Fritz Bichsel)

Die mit Stadträten und Planern besetzte Gruppe erstattete jetzt den ersten Bericht. Dieser entstand aufgrund von Gesprächen mit den bisherigen und möglichen neuen Nutzern, den Rorschacher Parteien und der Denkmalpflege, wie der Stadtrat mitteilt. Er veröffentlicht das Zwischenergebnis noch nicht, weil es für jede der drei Anlagen Szenarien aufzeigt. In weiteren Gesprächen und einer zweiten Lesung im Stadtrat wird nach Auskunft von Stadtpräsident Thomas Müller nun im September festgelegt, welche Varianten projektiert werden sollen. Grosse Projekte für das Kornhaus allein oder von Santiago Calatrava samt Hafenplatz mit neuem Gebäude scheiterten. Zudem änderten sich die Voraussetzungen, weil im Würth-Haus entstand, was im Kornhaus angedacht war: ein grosser Saal und ein Kunstforum.

«Gesellschaftlicher Treffpunkt»

Für den neuen Anlauf setzen Stadtrat und Arbeitsgruppe deshalb das Ziel, Kornhaus und Hafenplatz als gesellschaftlichen Treffpunkt für Einwohner und Gäste zu gestalten. Dazu gehört Gastronomie, neu im Kornhaus und weiterhin auch bei einem Neubau – trotz des Neins der Bürger zur ersten Vorlage für einen Baukredit. Der Stadtrat wollte 2013 ein neues Hafengebäude vorziehen. Das scheiterte am Referendum der SP. Sie will zuerst das Kornhaus für die Bevölkerung nutzbar machen. Die Gruppe «Rorschach plus» will das Hafengebäude doch und verlangt mit einer Initiative eine nochmalige Abstimmung.

Die fürs Kornhaus eingesetzte Arbeitsgruppe ging deshalb wieder ein Gesamtkonzept an: für das Wahrzeichen, das ganze Hafenareal und ein neues Gebäude. Der Stadtpräsident freut sich: «Mit ihren Vorschlägen können alle Anliegen erfüllt werden und ist finanzierbarer Betrieb möglich.» Das sei endlich möglich dank eines neuen Ansatzes: «Nutzung vor Architektur».

Nach Gesamtplan in Schritten

Zum Konzept gehören: technische Anlagen im Kornhaus für Ganzjahresbetrieb; Öffnung des Gewölbes für Anlässe; Gastronomie im Kornhaus – eher klein, weil der denkmalgeschützte Bau zum See hin nicht offen ist – und beim Neubau, Büros zur Mitfinanzierung; Hafenplatz in der ganzen Grösse erhalten und für Anlässe ausrüsten,

Das Gesamtkonzept soll sicherstellen, dass der Stadtrat alle Anliegen – für Kornhaus, Platz und Neubau – angeht. Dann kann «Rorschach plus» entscheiden, ob die Initiative erfüllt ist. Sonst wäre die bis Dezember 2015 verlangte Abstimmung im November möglich. Als nächste Schritte folgen bis Ende 2015 Machbarkeitsstudie und Kostenberechnung, dann Vorarbeit zur Ausschreibung von Architekturaufträgen und Anträge an die Bürger für Planungskredite. Das sieht der Stadtrat im Budget 2016 vor, nach Auskunft von Thomas Müller mindestens fürs Kornhaus, möglicherweise auch fürs Gebäude. Für den Platz gilt das Ziel, ihn 2016 ansprechender zu gestalten, wenn er nach dem Bezug des Parkhauses Seehof verkehrsfrei wird.