Paket für Bahn, Bus und Strasse

Die Pläne für eine ÖV-Drehscheibe Stadtbahnhof kommen voran. Der Nationalrat bewilligt Beiträge, SBB und Stadt arbeiten an Projekten für Doppelspur, Bahnhof, Bushof und Strassenunterführung mit dem Ziel: 2018 alles in Betrieb.

Fritz Bichsel
Drucken
Teilen
Beim Stadtbahnhof Rorschach ist laut Aggloprogramm St. Gallen-Arbon/Rorschach folgendes geplant: Der Ausbau einer Doppelspur, einer Fussgängerunterführung und die Aufhebung des Bahnübergangs Feldmühlestrasse. (Bild: Perrine Woodtli)

Beim Stadtbahnhof Rorschach ist laut Aggloprogramm St. Gallen-Arbon/Rorschach folgendes geplant: Der Ausbau einer Doppelspur, einer Fussgängerunterführung und die Aufhebung des Bahnübergangs Feldmühlestrasse. (Bild: Perrine Woodtli)

RORSCHACH. Der Nationalrat genehmigt alle Beiträge an das Aggloprogramm St. Gallen-Arbon/Rorschach, die der Bundesrat für 2015 bis 2018 beantragte. Mitfinanziert werden Projekte für Bahn, Bus, motorisierten Strassenverkehr, Velofahrer und Fussgänger. Unter den Vorhaben auf dieser A-Liste ist der Ausbau der Bahnhaltestelle Rorschach Stadt das grösste in der ganzen Agglomeration. In der Region Rorschach unterstützt der Bund zudem den Neu- oder Ausbau von Anlagen für Langsamverkehr auf Durchgangsrouten in Rorschach, Goldach, Horn und Steinach sowie die bessere Verknüpfung von Bus und Bahn am Hauptbahnhof Rorschach.

Hinzu kommt ein Bushof beim Bahnhof Goldach, der aber für den ebenfalls nötigen Kantonsbeitrag erst auf der Warteliste steht. Umgekehrt hat ein Autobahnzubringer von Rorschach bis Goldach-Witen beim Kanton Priorität A, beim Bund aber auch nach der Beratung im Nationalrat erst Priorität B. Damit steht hier zwar ein Bundesbeitrag in Aussicht, aber erst nach erneutem Antrag und frühestens ab 2019.

Zweite Spur, zweiter Perron

Bei den Plänen für den Stadtbahnhof Rorschach sind die SBB federführend. Sie erarbeiten derzeit die Projekte für die Verlängerung der Doppelspur von Goldach her bis in die heutige Haltestelle, den Ausbau dieser Haltestelle zu einem Bahnhof mit zwei Perrons, eine Unterführung für Fussgänger zwischen den Perrons sowie die Aufhebung des angrenzenden Bahnübergangs Feldmühlestrasse. Diese Projekte werden aufgelegt für allfällige Einsprachen. Terminlich planen die SBB so: Herbst 2014 Projektauflage, 2015 detailliertes Bauprojekt, bis erste Hälfte 2016 alle Pläne genehmigt, dann Bau bis November 2018, ab Fahrplanwechsel im Dezember 2018 Anlagen in Betrieb.

Bushof beim neuen Bahnhof

Finanziert wird dieser Bahnausbau durch Bund und Kanton. Gegen 30 Mio. Franken vom Bund kommen aus Töpfen zum Ausbau der Verbindungen zum europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz (HGV) und zur Förderung von umweltfreundlichem Agglomerationsverkehr (Aggloprogramm). Der Kanton wird etwa 7 Mio. beisteuern.

Die Stadt plant, den Bahnhof Stadt zu ergänzen mit einem Bushof. Nach Auskunft von Florian Kessler, Bereichsleiter Bau und Stadtentwicklung, projektiert sie diesen derzeit gemeinsam mit den SBB. Die Anlage ist südlich der Gleise vorgesehen und wird ins Auflageprojekt der SBB für den Bahnhof einbezogen. Nebst Beiträgen vom Bund (im Aggloprogramm) und vom Kanton (in seinem laufenden ÖV-Programm bis 2018) muss hier die Stadt mitfinanzieren.

Unterführung statt Barrieren

Busse und Privatverkehr sind oft blockiert an den beiden Bahnübergängen östlich der Haltestelle Stadt. Auch das soll sich ändern: Der Übergang Feldmühlestrasse direkt beim künftigen Bahnhof wird aufgehoben. Und anstelle der Barrieren auf der Signalstrasse plant die Stadt eine Unterführung für den Strassenverkehr. Auch daran würde der Bund einen Beitrag aus dem Aggloprogramm leisten, berichtet Florian Kessler. Ob eine Unterführung gebaut wird, entscheiden jedoch die Stimmberechtigten von Rorschach in der Abstimmung über den Kreditanteil der Stadt.

Die Unterführung – auch als optimale Zufahrt zum Bushof – kann ebenfalls Ende 2018 bereit sein: wenn sie nicht durch Einsprachen verzögert wird und alle Beteiligten Geld bewilligen.

Aktuelle Nachrichten