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OSTSCHWEIZ: Kein Platz für Rettungsgasse

Da nützt kein Blaulicht: Wenn sich auf der Autobahnbaustelle zwischen Rheineck und St.Margrethen die Autos stauen, gibt es für Rettungsfahrzeuge kein Durchkommen.
Kurt Latzer
Die sogenannten Logistikstrecken in der Mitte der Autobahn werden im Notfall zu Rettungsgassen. (Bild: Kurt Latzer)

Die sogenannten Logistikstrecken in der Mitte der Autobahn werden im Notfall zu Rettungsgassen. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Eine schreckliche Situation: Man steht im Stau auf der Autobahnbaustelle. Hinter einem steht ein Rettungsfahrzeug, das Blaulicht und Sirene eingeschaltet hat. Womöglich geht es um Leben und Tod. Platz zum Ausweichen gibt es nicht. Gerät ein Ambulanzfahrzeug in so eine Situation, bleibt auch den Rettungssanitätern nur eines zu tun: hinten anstellen und abwarten. Denn in Luft auflösen können sich die Autos nicht. Auf der A1-Baustelle bleiben Autos bis zu der Abschrankung etwa 50 Zentimeter Platz. «Die Ausweichmöglichkeiten bei Staus sind da gleich null. Im ­Extremfall müsste man versuchen, Auto für Auto vorwärtszukommen», sagt Jan Tisato, Leiter Kommunikation der medicals Schweiz AG. Das Unternehmen führt im Auftrag des Kantons Rettungstransporte durch. Das reicht nicht zum Ausweichen. Etwas mehr Raum bleibt im Gebiet Eselschwanz, in Fahrtrichtung St. Gallen. Dort könnte man aufs Strassenbord ausweichen.

Logistikspur und Notfallstrecke

Das mit dem Hintenanstellen gilt allerdings nur dann, wenn eine Ambulanz auf der A1-Baustelle unterwartet in einen Stau gerät. Tisato: «Das Rettungsdienstpersonal ist angewiesen, die Logistikspuren in der Mitte der Baustelle zu benutzen.» In der Rushhour gelte, die Autobahn im Baustellenbereich zu meiden.

Für Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei, sind solche Situationen nicht speziell. «Wir erleben es immer wieder, auch in der Stadt St.Gallen, dass Rettungsfahrzeuge im Stau stehen. Es gelingt praktisch immer, irgendwie Platz zu schaffen», sagt Krüsi. Schon lange ­bevor die Baustelle auf der A1 eingerichtet war, stand das Notfallkonzept. Polizei, Feuerwehr und Rettung kennen es im Detail. Hanspeter Krüsi: «Die An- und Abfahrtswege für Lastwagen, die so genannten Logistikspuren, dienen im Notfall als Rettungsgassen.»

Enzo Termine, Kommandant des Sicherheitsverbundes Rheineck-Thal-Lutzenberg (R.T.L.): «Entlang der Baustelle sind zwölf Notaus- oder -einfahrten eingerichtet.» Die Strassenrettung des R.T.L. ist für den Abschnitt in Fahrtrichtung Chur zuständig, von Buriet bis St. Margrethen. Die St. Margrether Feuerwehr kommt bei Unfällen im selben Abschnitt, allerdings in Fahrtrichtung St. Gallen, zum Einsatz.

Zwölf Notausgänge für Rettung und Feuerwehr

«In Rheineck können wir im Notfall an drei Orten auf die ­Logistikstrecke fahren.» Gemäss Konzept sei die Kantonspolizei wenn nötig in der Lage, die Logistikstrecke innert 15 Minuten von Lastwagen zu räumen.

«Im Gebiet Eselschwanz wurde die Logistikpiste erweitert und für 28 Tonnen schwere Lastwagen befestigt», sagt Enzo Termine. Je nach Veränderung der Baustelle muss auch das Notfallkonzept angepasst werden. Zurzeit kann die A1 zwischen Rheineck und St. Margrethen in beiden Richtungen zweispurig befahren werden, im sogenannten Zwei-zwei-System. Bis die Autobahnsanierung abgeschlossen ist, kann dies mehrmals ändern, auf ein Zwei-eins- oder sogar Vier-null-System. Das heisst, auf einer Autobahnhälfte fahren die Autos auf zwei Spuren Richtung St. Gallen und auf zwei Spuren Richtung Chur. Besonders eng könnte es dann in St. Margrethen, auf Höhe der Autobahnbrücke, zugehen. Denn es ist vorgesehen, den gesamten Verkehr auf allen vier Spuren auf die andere Autobahnhälfte umzuleiten.

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