Ostern – Fest des Lebens

Die Zeit zwischen Palmsonntag und Ostern bildete im Galluskloster den Höhepunkt des Jahres. Reich an Riten, überreich an Gesängen wurde die Karwoche nicht nur gefeiert, sondern richtiggehend inszeniert.

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Die Zeit zwischen Palmsonntag und Ostern bildete im Galluskloster den Höhepunkt des Jahres. Reich an Riten, überreich an Gesängen wurde die Karwoche nicht nur gefeiert, sondern richtiggehend inszeniert. Der Weg von Jesus durch die Nacht am Ölberg zur Hinrichtung am Kreuz, die Grablegung und der österliche Aufbruch – dies alles ist in Beschreibungen, Dichtungen und Gesängen erhalten geblieben.

Im Vortrag, der an die Versammlung des Freundeskreises der Stiftsbibliothek anschloss, gab Franziska Schnoor einen Einblick in das reiche Kulturerbe, das aus der Klosterzeit zur Karwoche und zum Osterfest erhalten geblieben ist. Als Latein- und Musikwissenschafterin zeigte sie, wie die Karwoche als ein Weg «vom Grabesdunkel zum österlichen Licht» erlebt wurde.

Zu Ostern sind weit mehr Wort- und Gesangsschöpfungen entstanden als zu Weihnachten. Einfache liturgische Texte wurden mit betrachtenden Gedanken angereichert. Notker dichtete für jeden Tag der Osterwoche eine eigene Sequenz. Ostern wurde als Fest des Lebens gefeiert. (J. O.)